160 Wohnungen entstehen im Quartier „14 Nothelfer²“ in Weingarten

 So soll das Quartier „14 Nothelfer“ in Weingarten aus aussehen. Das Architekturbüro Steinhoff/Haehnel aus Stuttgart plant, die
So soll das Quartier „14 Nothelfer“ in Weingarten aus aussehen. Das Architekturbüro Steinhoff/Haehnel aus Stuttgart plant, die Bestandsgebäude harmonisch mit den Neubauten zu verbinden. (Foto: Pro invest, Ulm)
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Im neuen Quartier „14 Nothelfer²“ in Weingarten werden auf 3,3 Hektar 160 Wohnungen gebaut. Es wird zudem Gewerbe entstehen und der Investor Pro Invest lässt wie mit der Stadt vereinbart eine dreizügige Kindertagesstätte errichten. Der Bau soll Anfang 2024 beginnen. Das steht nun fest, denn die Architekten Steinhoff/Haehnel aus Stuttgart haben den Planungswettbewerb gewonnen.

 Weingartens Oberbürgermeister Clemens Moll (rechts) und Investor Rainer Staiger von pro invest unterhalten sich über den Sieger
Weingartens Oberbürgermeister Clemens Moll (rechts) und Investor Rainer Staiger von pro invest unterhalten sich über den Siegerentwurf für das „14 Nothelfer2. (Foto: Pro invest, Ulm)

Ausschlaggebend für den Sieg war laut Oberbürgermeister Clemens Moll die ansprechende Verbindung des Wohnbereichs mit dem bestehenden Park und seinem wertvollen Baumbestand. Das ganze Areal verändere sich völlig, beziehe den Gebäudebestand aber gleichzeitig mit ein. „Für uns ist es ein toller Entwurf, mit dem ein Stadtquartier entsteht, das neue Möglichkeiten für die Stadt bietet“, sagt Moll.

Projekt ist nur wenig kleiner als Martinshöfe

Die Firma Pro Invest, hinter der die Staiger-Gruppe aus Ulm steht, hatte bereits angekündigt, aus dem Krankenhausgebäude ein medizinisches Zentrum machen zu wollen. Darin sollen unterschiedliche Ärzte und Gesundheits-Angebote untergebracht sein. Daran hält das Unternehmen fest.

Für Architekt Roland Haehnel war von Beginn an klar: „Die Verbindung von Klinikgebäude, Wohnbebauung und Park ist der zentrale Punkt des Entwurfs.“ Der von fünf Wohngebäuden umsäumte Quartiersmittelpunkt schaffe Nachbarschaft und öffne sich zum Park mit den schützenswerten Bäumen. Dort soll ein Platz für alle Bürger entstehen. Der Park werde wiederbelebt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der dreizügige Kindergarten soll sich im Süden des Quartiers befinden. Das Thema Gewerbe und Dienstleistung werde sich auf 2.500 Quadratmetern ansiedeln. Insgesamt ist das Projekt nur wenig kleiner als die Martinshöfe, die auf dem ehemaligen Schuler-Areal entstehen.

Ärztehaus wirkt nicht wie ein Fremdkörper

Ein weiterer Punkt, der dem Preisgericht – das aus dem OB, dem Investor und weiteren Experten wie dem Architekten Fred Gresens bestand – besonders gefiel, war der „erwünschte Hochpunkt“. Er setze „einen starken städtebaulichen Akzent in die Stadt hinein“. Gemeint ist damit das höchste Gebäude des Quartiers, das direkt an der Ravensburger Straße, Ecke Moosbruggerstraße stehen wird. Es wird sieben Stockwerke haben.

„Der Entwurf hat eine städtebauliche Prägnanz. Neues und Bestehendes ist als Ganzes wahrnehmbar, nichts wirkt wie ein Fremdkörper“, sagt Nikolai Staiger von Pro Invest. Er hob die Planung des urbanen Wohnquartiers mit verschieden großen Einheiten für junge Bewohner, Senioren und Familien hervor.

Sieger-Entwurf wird jetzt optimiert

Eine Anwendung des Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum ist ebenfalls vorgesehen. Demnach müssen 20 Prozent der Flächen 15 Jahre lang für einkommensschwache Haushalte reserviert sein und günstiger angeboten werden. Auch betreutes Wohnen soll entstehen.

 So soll das Quartier „14 Nothelfer2“von der Ravensburger Straße in Weingarten aus aussehen. Der Siegerentwurf des Architekturbü
So soll das Quartier „14 Nothelfer2“von der Ravensburger Straße in Weingarten aus aussehen. Der Siegerentwurf des Architekturbüros Steinhoff/Haehnel aus Stuttgart sieht unter anderem verschieden große Wohngebäude vor. (Foto: Grafik: Pro invest, Ulm)

Darauf, dass der Zeitplan von Projektbeginn bis jetzt eingehalten wurde, und auf den Blick nach vorne, geht Raphael Staiger ein. „Jede Etappe wurde zeitlich genau eingehalten, das ist eine Seltenheit.“ Stadt und Investor werden den Sieger-Entwurf nun bis kommenden Februar noch optimieren, danach würde der Bebauungsplan erstellt. Wenn der bis zum Sommer 2023 durch den Gemeinderat genehmigt wird, könnte Familie Staiger Anfang 2024 mit dem Bau beginnen.

Eine Nachmieterin im „14 Nothelfer²“gibt es schon. Nachdem die Geriatrische Notfallversorgung (Gerinove) aufgrund der fehlenden Regelfinanzierung dort schließen musste, ist die Intensivpflege WG Höpken eingezogen. Dabei handelt es sich um eine Wohngemeinschaft für Menschen, die Intensivpflege brauchen und gleichzeitig heilpädagogische Angebote nutzen können.

Investor will Weinreben anpflanzen

Es seien bereits sowohl weitere größere und kleinere Flächen langfristig vermietet, andere stünden kurz vor der Vertragsunterschrift. Auch für die Gewerbeeinheiten in den künftigen Neubauten gibt es laut Pro Invest schon viele Gespräche und Interessenten.

Geschäftsführer Rainer Staiger hat noch eine ganz besondere Idee für das Quartier. Er strebt ein „Weingarten in Weingarten“ an. Dafür möchte er hinter dem höchsten Gebäude Weinreben aus Weingarten im Quartier anpflanzen lassen. Dort wird es außerdem ein Café mit Bäckerei geben.

Die drei Architekurbüros, die ihren Entwurf schlussendlich abgegeben haben, hatten rund drei Monate Zeit für ihre Ausarbeitungen. Das Büro Feuerstein Hammer Pfeiffer aus Lindau landete auf dem zweiten Platz, Lanz Schwager Architekten aus Konstanz auf dem dritten.

In einem Trakt des Gebäudes sind derzeit noch etwas mehr als 100 ukrainische Flüchtlinge untergebracht.

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