Zurück im vertrauten Wangen

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 Steffen Happel
Steffen Happel (Foto: Morlok)
Schwäbische Zeitung

Die Festspiele Wangen zeigen ab Ende Juli „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist und „Der Zauberer von Oz“ von L. Frank Baum sowie „All das Schöne“ von Duncan Macmillan. Die SZ stellt in loser Folge die Akteure vor – heute: Steffen Happel. Er spielt im „zerbrochnen Krug“ den Ruprecht Tümpel und im „Zauberer“ den Blechmann.

Steffen Happel ist den Festspielfreunden von 2018 als Aladdin und als Mosca bekannt. In beiden Rollen fege er mit gewinnender Fröhlichkeit und Verschmitzheit über die Bühne im Wangener Zunftwinkel, teilt der Veranstalter mit. „Mir kommt es vor, als wäre ich nur kurz weggewesen“, sagte Happel kurz nach dem Probenstart. „Alles wirkt vertraut.“ Nur die großen Baustellen an der Lindauer Straße hätten ihn auf dem Weg in seine Unterkunft irritiert, wie er schmunzelnd erzählt.

Nach seinem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst arbeitete der 32-jährige Hanauer fest am Theater Dortmund. Anschließend hatte er Engagements unter anderem am Schlosstheater Celle, am Theater Lüneburg, am Staatstheater Wiesbaden, am Theater Rudolstadt sowie an der Tonne Reutlingen. Die beiden Stücke, die in diesem Jahr auf der großen Bühne der Festspiele gezeigt werden, hat Steffen Happel bereits gespielt. Den „Zauberer von Oz“ zweimal, allerdings noch nie in einer großen Rolle. Im „Krug“ war er schon einmal der Ruprecht Tümpel, was laut Mitteilung aber nicht heiße, dass er die Rolle nicht noch einmal lernen muss. „Peter Raffalt hat mehr vom ursprünglichen Text erhalten. Deshalb muss ich einige Passagen dazulernen“, sagt Happel strahlend.

Er sei der „Sunnyboy“ im Festspielteam und habe in den vergangenen Monaten gelernt, diese Wirkung noch ein bisschen bewusster und gezielter einzusetzen, heißt es. Nach den Stationen in Überlingen, dem Rottweiler Zimmertheater und einem Filmfestival begann Happel eine zweimonatige Fortbildung in Sachen Film in Berlin. Dort hätten ihm neue Techniken geholfen, herauszuarbeiten, wo er selber die Pfunde habe, mit denen er beim Film wuchern könne. Während dieser Zeit sei auch der Plan entstanden, gemeinsam mit seiner Partnerin nach Berlin zu gehen. Im Herbst werde er umgesetzt. Dennoch spiele Steffen Happel zunächst noch im Fritz Rémond Theater in Frankfurt in Agatha Christie’s „Mausefalle“. Richtig heimisch werden wolle er in der Hauptstadt ab Dezember.

Neben der Arbeit auf der Bühne hat Steffen Happel bei Lesungen und Hörspielproduktionen des Hessischen Rundfunks mitgewirkt, synchronisierte Computerspiele und spielte im letzten ZDF-Taunuskrimi „Im Wald“.

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