Zirkus Mulan bietet ab Samstag Tiernummern und Akrobatik

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 Die beiden Kamel-Halbbrüder Ali und Emil sind schon seit 20 Jahren ein fester Bestandteil im Programm des Zirkus Mulan, der ab
Die beiden Kamel-Halbbrüder Ali und Emil sind schon seit 20 Jahren ein fester Bestandteil im Programm des Zirkus Mulan, der ab Samstag in Wangen seinen Vorhang zur Premiere öffnet.Rechts: Jacqueline Köllner, Reiterin der Hohen Schule mit einer jungen Artistin.

Die Plakate hängen schon seit geraumer Zeit, das bunte Zelt ist schon von Weitem zu sehen: Der Zirkus Mulan gastiert im Wangener Gewerbegebiet Haid und gibt ab Samstag zehn Tage lang Vorstellungen. Geboten werden Tiernummern und Akrobatik.

Ein buntes Zirkuszelt, grasende Kamele, Lamas und Pferde: Einen Hauch von Zirkusluft kann man derzeit im Gewerbegebiet Haid schnuppern. Der Zirkus Mulan aus Nordrhein-Westfalen gastiert in Wangen und hat einiges zu bieten. Das Familienunternehmen besteht seit drei Generationen und reist das ganze Jahr von Stadt zu Stadt. Die Reiterin der Hohen Schule, Jacqueline Köllner, erzählt, dass der Zirkus gerne im Allgäu gastiert.

Gerade seien sie drei Tage in Neuravensburg gewesen und hätten zu allen Vorstellungen das Zelt voll gehabt. Nach Wangen geht es weiter Richtung Kißlegg. „Die Menschen hier in der Umgebung wissen den Zirkus und die Arbeit, die dahinter steckt, noch zu schätzen“, sagt die Reiterin. Der Zirkus besteht aus 25 Menschen. Davon gestalten 15 die Vorstellungen als Artisten mit und zehn arbeiten hinter den Kulissen. Diese aber seien Gold wert, sagt Köllner. Ohne die „unsichtbaren“ Helfer könne so ein Metier nicht bestehen.

Das ganze Jahr über an anderen Orten

Zu der „Flotte“ des fahrenden Volkes gehört ein geräumiger Küchenwagen. Hier sei der Treffpunkt für die ganze Crew. Es wird gekocht und geredet. Die anderen Wohnwagen sind die privaten Schlafräume –das gesamte Jahr über. „Die Kinder müssen zwar nicht zur Schule, aber sie müssen genauso den ganzen Vormittag lernen. Entweder durch einen Privatlehrer oder mit Bögen einer Fernschule“, sagt Köllner.

Ein Winterquartier sei aus finanziellen Gründen nicht realisierbar.Und so reist die Gruppe 365 Tage lang quer durch Deutschland. Damit die Zuschauer auch im Winter nicht frieren, habe man in ein beheiztes Zelt investiert. Es gebe zahlreiche akrobatische Nummern zu sehen wie auf dem Trampolin oder mit dem Hula-Hoop-Reifen. Köllner selbst reitet die Hohe Schule mit ihrem schwarzen Pferd, einem Andalusier. Über wilde Tiere wie Löwen oder Elefanten verfügt der Zirkus nicht. „Wir wollen, dass Familien kommen und die Kinder alle Tiere streicheln können“, erklärt Köllner.

Auch Ali und Emil. Die „Haushunde“, wie sie hier liebevoll genannt werden. Die beiden riesigen Kamele sind Halbbrüder, 20 Jahre alt und könnten ohne einander nicht leben. Alle Tiere, die ihr Leben hier im Zirkus verbracht haben, kommen laut Köllner in Urnen auf einen Tierfriedhof in Bremen. Schon jetzt hätte man auch für die beiden Kamele einen Platz dafür reserviert. „Die Tiere haben uns zu ihren Lebzeiten so viel gegeben, und daher wird keines davon vom Abdecker geholt“, sagt Jacqueline Köllner. Und bezeichnet den Zirkus als ihre Heimat. Dabei spreche sie für alle, die beim Zirkus Mulan mitreisen: „Keiner will dieses Leben für ein anderes eintauschen.“

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