Wodka wegen Schlafproblemen gestohlen

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 Justitia
Justitia (Foto: Symbol: Hartmann/dpa)
Schwäbische Zeitung
Claudia Bischofberger

Ein dem Richter nicht ganz unbekannter Mann aus dem Raum Wangen hat unlängst im Saal des Amtsgerichts gesessen. Gebracht wurde er aus der Justizvollzugsanstalt Ravensburg. Diese bereits bestehende Haft endet im März 2020. Doch bevor er diese Strafe antrat, wurde er wegen Diebstahl erwischt.

„Ich wusste ja, dass an Tankstellen nachts kein Alkohol verkauft werden darf. Um diesem ,Galama’ zu entgehen, habe ich den Wodka eben so mitgenommen“, erklärte der Mann dem Richter. „Und warum haben Sie ihn dann nicht schon um 20 Uhr ganz regulär gekauft“, wollte dieser wissen. Daraufhin meinte der Angeklagte, dass er unter plötzlichen Schlafstörung gelitten habe und ganz kurzfristig Alkohol brauchte, damit er ruhiger werde. Außerdem wollte er die Flasche Alkohol zu einem anderen Zeitpunkt bezahlen, beteuerte der Angeklagte.

Schon mehrfach wurde der Mann wegen Diebstahl vorgeahndet und wegen Beleidigungen. Letzteres führte auch zu seiner derzeitigen Inhaftierung. „Es tut mir ja leid, was ich getan habe“, sagte er zum Richter. Doch derzeit fühle sich keine Sozialeinrichtung für ihn zuständig. Er habe seine Wohnung verloren, aber trotz Schufa-Eintrag könne er nach seiner Haft eine neue Bleibe beziehen.

Probleme beginnen nach Trennung

Ein trauriger Abstieg zeichnet den Lebensweg des Mannes. Nach seinem erfolgreichen Studium zum Systemtechniker, gründete er seine eigene Selbstständigkeit, die sehr gut gelaufen sei. Nach der Trennung seiner damaligen Frau fingen die Probleme an. Schon länger dürfe er seine neunjährige Tochter nicht mehr sehen, da deren Mutter behaupte, er sei ein schlechter Umgang für das Kind.

Für den Richter bestand kein Zweifel, dass der Angeklagte schuldig ist. Zwar habe er beabsichtigt, den Schaden wieder gut zu machen, indem er die Beute im Nachhinein zahlen wollte. Auch war der Wert der Beute eher gering. Jedoch gingen diesem Diebstahl schon andere Taten voraus. Hinsichtlich der Sozialprognose meinte der Richter: „ Es sieht trübe für Sie aus.“. Darüber hinaus sei es fraglich, ob der Angeklagte jemals wieder an seinen Beruf anknüpfen könne. Daher wurde die Strafe von einem Monat und zwei Wochen auch nicht zur Bewährung ausgesetzt.

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