Wie man mit falschen Ebay-Kleinanzeigen-Profilen zu Geld kommt

Lesedauer: 3 Min
 Auf Bewährung wurde ein Angeklagter wegen Betrügereien im Internet vom Amtsgericht Wangen verurteilt.
Auf Bewährung wurde ein Angeklagter wegen Betrügereien im Internet vom Amtsgericht Wangen verurteilt. (Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa)

Das Wangener Amtsgericht hat gegen einen Mann folgende Anklage erhoben: Er soll Gegenstände im Internet über die Verkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen angeboten haben, die er eigentlich gar nicht besaß. Die Ware lieferte er auch nach Gelderhalt nicht aus. Der Schwindel wäre sehr schnell aufgeflogen, hätte er nicht fremde Accounts für seine Scheinverkäufe benutzt.

„Erzählen Sie, wie Sie über andere Accounts einkaufen konnten“, forderte der Richter auf. Der Angeklagte antwortete, er habe im Darknet über die Währung „Bitcoin“ einige Accounts für jumgerechnet zwei Euro erworben. Anschließend habe er Dinge wie ein Zugticket wieder und wieder angeboten und jedes Mal Geld kassiert. Die Vorwürfe gegen ihn räumte er direkt ein. Dem ehemaligen Student der Wirtschaftsinformatik gingen während eines zweijährigen Aufenthalts in Thailand irgendwann die finanziellen Mittel zur Neige. Er hatte fünfstellig geerbt, einen Teil des Geldes jedoch verliehen. Nach knapp zwei Jahren Urlaub im warmen Osten war die Erbschaft aufgebraucht, was ihn dazu führte, auf illegalem Wege an Geld zu kommen. Von langer Dauer waren die Betrügereien jedoch nicht, nach zwei Wochen wurde sein Konto gesperrt. „Bei meinem Rückflug wurde ich bei der Landung in München auch erst einmal von der Polizei festgehalten“, berichtete der Angeklagte.

Zugunsten des Mannes sprach sein umfassendes Geständnis zu den Vorwürfen, ebenso sein leeres Vorstrafenregister. Zudem der Wille, sich bei allen Geschädigten zu entschuldigen und das abgezockte Geld zurückzuzahlen. Der Richter wies in seiner Urteilsverkündung noch einmal daraufhin, dass der Tatbestand des Betrugs sich bestätigte. Außerdem der des schweren Betrugs, da der Mann gewerbsmäßig handelte. Das bedeutet, er sah in wiederholtem Handeln eine Einkommensquelle für sich. Das Urteil lautete neun Monate Gefängnis auf Bewährung, solange er sich die nächsten drei Jahre straffrei führt und die Schadenswiedergutmachung der geschädigten Opfer bis Jahresende 2019 erfolgt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen