Warten auf den ersten Heimsieg

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 Mit voller Kraft ins nächste Heimspiel: Aaron Mayer beim Wurf.
Mit voller Kraft ins nächste Heimspiel: Aaron Mayer beim Wurf. (Foto: Sascha Riethbaum)
Oliver Weishaupt

Vier Spiele haben die Württembergliga-Handballer der MTG Wangen in der Hinrunde noch zu bestreiten, darunter die drei Bezirksderbys gegen die Teams aus Gerhausen, Langenau/Elchingen und Laupheim. Den Anfang macht die Partie gegen den in Blaubeuren beheimateten TV Gerhausen, der am Samstag um 20 Uhr in der Wangener Argensporthalle zu Gast ist.

Die Wangener Handballer sind seit vier Spielen ungeschlagen und als Tabellenneunter wieder auf Tuchfühlung mit dem am Saisonende angestrebten Platz sieben, der voraussichtlich für die Qualifikation zur eingleisigen Württembergliga reichen wird. „Ich denke, das war durchaus verdient, da können wir jetzt drauf aufbauen; es war eine gute Leistung“, blickt MTG-Trainer Sebastian Staudacher auf den jüngsten 29:25-Erfolg in Ostfildern zurück. Trotzdem sah er noch Verbesserungspotenzial: „Die Phasen, die nicht so erfolgreich sind, sollten wir versuchen, kürzer zu halten, um dem Gegner nicht so viel Angriffsfläche zu geben. Da würden wir uns einiges erleichtern.“ Damit meinte Staudacher die letzten Minuten vor der Pause, als die MTG trotz Überzahl eine deutlichere Halbzeitführung (15:13) verpasste, sowie den im zweiten Spielabschnitt nach starker Anfangsphase zeitweise einreißenden Schlendrian, als die Gastgeber ihren Rückstand durch drei Treffer in Folge zügig auf nur noch vier Tore verkürzen konnten (18:22/49. Minute).

Drei Heimspiele in Folge

Mit der Optimalausbeute von vier Punkten aus den beiden Auswärtsspielen gegen Aufsteiger HSG Albstadt (33:32) und Ostfildern im Gepäck, gehen die Allgäuer in die nächste Serie von drei aufeinanderfolgenden Heimspielen, in denen nach vier Auswärtserfolgen aus fünf Spielen nun endlich der erste Sieg in heimischen Gefilden gelingen soll. Warum dort in bislang fünf Spielen erst ein Punkt ergattert werden konnte, erklärt sich Staudacher wie folgt: Viermal ging es gegen Teams aus den aktuellen Top 5 der Tabelle, das Spiel gegen Hegensberg-Liebersbronn (18:21) sei „ein Totalaussetzer“ gewesen. „Vielleicht machen sie sich ein bisschen zu viel Druck“, sagt der MTG-Trainer über seine Spieler und rät ihnen, sich einfach zu freuen, wieder „vor eigenem Publikum“ zu spielen. „Dann werden wir auf jeden Fall am Wochenende was Zählbares mitnehmen können.“

Ein Selbstläufer wird die Partie trotz Staudachers Zuversicht nicht, denn aus Wangener Sicht scheint der TV Gerhausen zur Unzeit ins Rollen zu kommen. Trotz zum Teil guter Leistungen legte das Team aus dem Alb-Donau-Kreis einen katastrophalen Saisonstart mit acht Niederlagen in Folge hin und bekam die ersten beiden Punkte aus der 27:28-Niederlage in Ostfildern nachträglich am grünen Tisch zugesprochen. Dies schien die benötigte Initialzündung zu sein, denn in den vergangenen beiden Spielen in heimischer Halle feierte der TVG deutliche Siege gegen die HSG Fridingen/Mühlheim (29:22) und die SG Hegensberg-Liebersbronn (28:21) und kletterte auf Tabellenplatz zwölf. „Da gibt es Jannis Brinz und Daniel Bux, die stechen ein bisschen heraus, aber sonst kommen die über die mannschaftliche Geschlossenheit“, beschreibt Staudacher den Gegner, welcher vom erst 27-jährigen Jonathan Glanz trainiert wird. „Der probiert viel aus, testet viel“, sagt Staudacher über den TVG-Coach. „Es wird interessant, wie sie am Samstag auftreten.“

Dass die Wangener den im Aufschwung befindlichen TV Gerhausen keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen dürfen, zeigt ein Blick in die vergangene Spielzeit: Am letzten Hinrundenspieltag reichte es für die MTG zu Hause nur zu einem 28:28; zum Saisonabschluss gelang dann in Blaubeuren aber ein am Ende deutlicher 38:28-Erfolg. Pflichtsiege gibt es für Staudacher ohnehin nicht. „Aber es ist natürlich schon so, dass wir Favorit sind, das dürfen wir auch so annehmen. Wir haben uns auswärts stabilisiert“, meint der MTG-Coach und fordert: „Die Attribute, die wir auswärts auf den Platz bringen, müssen wir jetzt halt zu Hause auch mal auf den Platz bringen. Ich bin guten Mutes, dass wir das auf jeden Fall schaffen werden.“

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