Imker und Landwirte im Landkreis Ravensburg sind mit dem abgelaufenen Bienenjahr 2019 einigermaßen zufrieden. Doch den Bienen d
Imker und Landwirte im Landkreis Ravensburg sind mit dem abgelaufenen Bienenjahr 2019 einigermaßen zufrieden. Doch den Bienen droht eine neue Gefahr. (Foto: dpa/Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung

Die Imker im Landkreis sind trotz verminderter Erträge mit dem abgelaufenen Jahr ganz zufrieden. Doch vor allem die Wangener Bienenzüchter warnen vor einer neuen Gefahr mit dem Namen „Amerikanische Faulbrut“.

Die Praktiker aus den Imkervereinigungen Wangen, Aulendorf und Ravensburg hatten sich im Dezember zusammen mit Vertretern der Wissenschaft zur Bienenschutzausschusssitzung des Kreises getroffen, wie aus einer Mitteilung des Landratsamts hervorgeht. Demnach lägen aufgrund der kalten und nassen Witterungslage im Frühjahr, die Erträge aus 2019 rund 50 Prozent unter dem Jahresdurchschnitt. Dennoch seien die Bienen mit einem soliden Bestand in die Winterruhe 2019/2020 gegangen, sodass die Imker zufrieden seien.

Die Amerikanische Faulbrut (AFB), welche ganze Bienenvölker dahinrafft, war laut Landratsamt zentrales Thema der Veranstaltung. AFB ist eine Seuche, die über Bakteriensporen durch kontaminierten Honig, Arbeitsmaterialien sowie von Biene zu Biene übertragen wird. Die Imker in Wangen fürchten laut Kreis durch Ausbrüche der AFB im Raum Lindau um die Gesundheit ihrer Bienenvölker.

Die Bienensachverständige des Kreises Ravensburg, Susanne Kehrle-Gehring, erläuterte deshalb bei dem Treffen Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit AFB. So dürften keine Bienen aus Sperrgebieten zugekauft oder verbracht werden, Arbeitsutensilien seien regelmäßig zu reinigen und desinfizieren, außerdem dürfe kein betriebsfremder Honig verfüttert werden. Laut Remigius Binder, Bienenfachberater des Regierungspräsidiums Tübingen, kann nur durch systematische Aufklärung der Imker die AFB weiter eingedämmt werden.

Dass die Bienengesundheit den Landwirten im Landkreis am Herzen liegt, verdeutliche der Kauf eines neuen, innovativen Spritzsystems durch eine Gruppe von Landwirten der Region, heißt es in der Mitteilung weiter.

Einer der Landwirte berichtete über seine positiven Erfahrungen des bienenschonenden Spritzsystems in den Kulturen Raps, Mais und Sonderkulturen.

In der anschließenden Disskusion über das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ seien sich die Fachleute aus Imkerei und Landwirtschaft einig gewesen: „Unseren heimischen Honigbienen geht es gut!“ Für den Rückgang der Insektenarten seien nicht nur klimatische Ursachen, sondern auch die Luft- und Lichtverschmutzung in den Städten zu nennen. Nur eine sachliche Diskussion und Berücksichtigung aller Faktoren könnten zu einer wirksamen Strategie gegen den Artenschwund führen.

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