Wangen sucht einen neuen Behindertenbeauftragten

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 Gibt sein Amt als Behindertenbeauftragter der Stadt Wangen ab: Norbert Rasch.
Gibt sein Amt als Behindertenbeauftragter der Stadt Wangen ab: Norbert Rasch. (Foto: Stadt Wangen/sum)
Schwäbische Zeitung

Norbert Rasch wird sein Amt als Behindertenbeauftragter der Stadt Wangen abgeben. Drei Perioden und damit insgesamt neun Jahr hat er in diesem Ehrenamt gearbeitet, wie die Stadt Wangen mitteilt. Nun wird ein Nachfolger gesucht. Dessen Aufgabe ist es, das Leben der behinderten Mitbürger zu erleichtern und Hilfestellungen zu geben.

Es war und ist ein vielseitiges Amt, das Rasch mit sehr viel Engagement und Empathie für die Betroffenen und ihre Angehörigen annahm. Und das sind auch zwei Eigenschaften, die der 72-Jährige nennt, wenn man ihn fragt, was jemand mitbringen muss, wenn man sich für die Nachfolge interessiert. „Wichtig ist auch, dass man fachkundig und flexibel ist und in alle Richtungen schaut“, sagt der leidenschaftliche Fußballschiedsrichter. Es sei einfach wichtig, die Gesamtsituation zu betrachten und zu überlegen, welche Wünsche oder Forderungen berechtigt seien und wer dafür aufkommen werde? Insofern verstand sich Norbert Rasch als Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung, aber auch Mittler zwischen ihnen und der Gesamtbevölkerung.

Gute Zusammenarbeit

Sein Wissen hatte sich Norbert Rasch im Arbeitsleben in der Pflege angeeignet. Nachdem er in den Ruhestand gegangen war, wollte er sich weiter sozial engagieren. Und so übernahm er die Rolle des Behinderten beauftragten. „Es war stets eine gute Zusammenarbeit mit allen, die ich für meine Tätigkeit brauchte“, sagt er und nennt dabei Kollegen ebenso wie Fachleute oder Mitarbeiter der Stadt Wangen in den verschiedenen Ämtern oder beim Bauhof. Gut habe sich der Tag der Menschen mit Behinderung etabliert, ebenso wie die Anhörung der Menschen mit Behinderung.

Auf die Frage, ob es besondere Erlebnisse in diesen neun Jahren gab, sagt Rasch, dass es viele solcher Einzelfälle gegeben habe. Er denkt zum Beispiel an einen jungen Mann, den er an das Körperbehindertenzentrum Oberschwaben (KBZO) vermitteln und dessen Familie er auch zu einer passenderen Wohnung verhelfen konnte. Oder an eine Rollstuhlfahrerin, deren Kräfte nicht ausreichten, um die Haustür zu öffnen. Für sie konnte eine Schließanlage organisiert werden, die der Frau das Verlassen der Wohnung wieder ermöglichte. „Ich habe viele dankbare Menschen getroffen, die froh waren, wenn sie einen Parkausweis, den Mietzuschuss oder auch mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) bekamen“, erzählt Norbert Rasch.

OB dankt

„Herr Rasch war für die Menschen mit Behinderung, aber auch für uns als Stadt immer ein offener Ansprechpartner. Oft hatte er großen Anteil daran, wenn der richtige Weg bei Entscheidungen gesucht wurde, die Menschen mit Behinderung betrafen. Dafür danke ich ihm sehr“, so Oberbürgermeister Michael Lang. So habe Rasch sich sehr für die Umgestaltung des Waldhofplatzes eingesetzt. Dort können Menschen mit Behinderung inzwischen gefahrlos die Straßen queren und auf einem Gehweg zu ihrem Arbeitsplatz auf dem Atzenberg gelangen. Neue Kandidaten ermutigt Lang zur Bewerbung: „Es ist ein schönes Amt, das in vieler Hinsicht sehr viel Freude bereitet.“

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