Von Monden und Träumen

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 Dem Coronavirus geschuldet spielte das Cécile Verny Quartett vor ausgedünntem aber begeistertem Publikum.
Dem Coronavirus geschuldet spielte das Cécile Verny Quartett vor ausgedünntem aber begeistertem Publikum. (Foto: oto: Tine Steinhauser)

An der Elfenbeinküste geboren, in Frankreich aufgewachsen und nun in Deutschland beheimatet, das ist die herausragende Sängerin Cécile Verny. Mit den Musikern Lars Binder am Schlagzeug, Andreas Erchinger am Piano und Bernd Heitzler an verschieden Bassinstrumenten formiert sie das nach ihr benannte Quartett.

Dem Coronavirus geschuldet spielten die vier Musiker am Freitagabend vor einem überschaubaren Publikum im Wangener Jazzpoint. „Wir haben lang überlegt, ob wir das Konzert absagen“, sagt die Sängerin, „aber jetzt sind wir schon einmal da.“

Die wenigen Zuhörer ließen sich vom ersten Stück an mitnehmen. Als Pop-Jazz könnte man die Musik beschreiben, doch den Drang, Musik in Schubladen zu stecken, vergisst man angesichts der Stimmgewalt und der Ausstrahlung der Frau aus Freiburg sofort. Die Musiker sind unglaublich gut und brillieren auch in verschiedenen Soli. Die Band spielte Lieder von der letzten CD aus dem Jahr 2019. „Davor haben wir lange nichts veröffentlicht“, erzählt Verny, „aber dafür sind auf der CD gleich 17 Stücke, dann haben Sie etwas davon“, fügte sie schmunzelnd hinzu. Es handelt sich um Eigenkompositionen der Musiker, die nicht nur auf klassische Themen zurückgreifen, sondern auch gut texten können.

„Bei der Produktion ist mir aufgefallen, dass die meisten Stücke vom Mond, von Träumen und von Vögeln handeln“, so Verny, „ich wollte die CD auch so nennen, aber das fanden die Jungs zu mädchenhaft“. „Of moons and dreams“, so lautet der Titel, soviel zum Thema, wer in der Band das Sagen hat.

Stimmlich sanft kommt Verny daher, zum Beispiel in „I heard an angel singin“, sie kann auch aufdrehen sowie in „Krakatoa Moon“. Und immer bleibt offenbar, dass sie präsent ist, und nicht nur einen Draht zu ihren Musikern, sondern auch zum Publikum hat. Preise hat Verny schon abgeräumt, darunter den Prix des Concours Vocal du Festival de Crest. Bleibt zu hoffen, dass Cécile Verny bald wieder in gut gefüllten Clubs und Konzertsälen spielen kann. Die Veranstaltung Zauberzelt, die am Wochenende im Schwarzen Hasen hätte stattfinden sollen, wurde aufgrund des Coronavirus abgesagt.

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