Vom Allgäu bis nach Arizona

Lesedauer: 3 Min
 Erinnerung an einen gefährlichen Ausflug: Anita Lenz vor ihrem Bild „Puffotter, Tsitsikamma, Südafrika“.
Erinnerung an einen gefährlichen Ausflug: Anita Lenz vor ihrem Bild „Puffotter, Tsitsikamma, Südafrika“. (Foto: Carolin Steppat)
Carolin Steppat

Anita Lenz dürfte in der Wangener Kunstszene dem ein oder anderen bereits bekannt sein. Die in Kissing bei Augsburg lebende Künstlerin stellte bereits 2015 im Finanzamt aus. Bis 26. Oktober präsentiert nun die Stadtbücherei im Kornhaus eine neue Auswahl ihrer Werke. Unter dem Titel „Heimat – hier und dort“ zeigt Lenz Momentaunahmen ihrer Sehnsuchtsorte Arizona und Südafrika, ihrer bayerischen Heimat sowie vom Allgäu bis zum Bodensee.

Während Lenz den Großteil ihrer Bilder frei aus dem Gedächtnis malt, gibt es in der Ausstellung auch ein Bild, das ein Erinnerungsfoto als Vorbild hat. Es zeigt die Beine eines Mannes, der eine Schlange in der Hand hält. Die Entstehungsgeschichte dieses Bildes trug Lenz neben anderen Kurzgeschichten zum Thema Heimat bei der Vernissage vor.

So erfuhren die Besucher, dass Lenz diese denkwürdige Begegnung gemeinsam mit ihrem Mann auf einem Ausflug in den südafrikanischen Tsitsikamma-Nationalpark erlebt habe, als sie recht unbedarft und spontan den Otter-Trail gewandert seien. Erst hinterher hätten sie erfahren, dass der Biss der Ottern lebensgefährlich sein kann und eine Wanderung dort nur nach vorheriger Anmeldung und Einweisung durchgeführt werden darf. Der Puffotter begegneten sie auf dem Heimweg zum Auto, als diese überfahren auf der Straße lag, wo sie von einem Ranger eingesammelt wurde.

Doch auch das Allgäu, zu dem sie durch zwei ihrer drei erwachsenen Kinder familiäre Verbindungen hat, und ihre Reisen inspirieren sie. So reihen sich imposante Ausblicke in die Alpen nahtlos an die schroffen Felsen des Grand Canyon, unterbrochen von Momentaufnahmen und Begegnungen mit Tieren. Selbst die Sanierung ihres Elternhauses, laut Lenz „eine ewige Geschichte“, hat sie künstlerisch verarbeitet.

Auf einen Stil legt sich die Künstlerin dabei nicht fest. Neben farbenfrohen Werken in Acryl und Bildern in Collagetechnik finden sich so auch Aquarelle in sanften Farben neben Tusche und Mischtechniken. Die große Bandbreite rührt nicht zuletzt von ihrer Lehrtätigkeit an der Volkshochschule Aichach, wo sie seit 2005 in Malen und Zeichnen unterrichtet. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Friedberger Kunstspechte und des Kunstvereins Lechkiesel. Den Abend musikalisch umrahmt hat die Harfespielerin und Schülerin der Jugendmusikschule Linda Singer.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen