Viele Fragen noch offen: Neue Pflegeausbildung erfordert viel Abstimmung

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 Die Pflegefachkräfte Jasmin Schön (von links) und Stephanie Riedesser, die beide im Modell „Flexpool“ arbeiten, mit der Landtag
Die Pflegefachkräfte Jasmin Schön (von links) und Stephanie Riedesser, die beide im Modell „Flexpool“ arbeiten, mit der Landtagsabgeordnete Petra Krebs im Westallgäu-Klinikum in Wangen. (Foto: OSK)
Schwäbische Zeitung

Ab 2020 werden die bisher getrennten Ausbildungsgänge zur Altenpflege, zur Krankenpflege und zur Kinderkrankenpflege zu einer Pflegeausbildung zusammengefasst. In der Vorbereitung auf die Reform der Pflegeausbildung tauschen sich regionale Einrichtungen bereits untereinander aus. Doch seien noch einige Fragen auch seitens der Politik offen, heißt es in einer Pressemitteilung des Westallgäu-Klinikums in Wangen.

Luzia Schmid, Leiterin Pflege- und Prozessmanagement am Westallgäu-Klinikum, erläuterte den Stand der Vorbereitungen im Westallgäu bei einem Besuch der Grünen-Landtagsabgeordneten Petra Krebs. Künftig werden laut der Mitteilung Krankenpflegeschüler praktische Ausbildungsblöcke auch in Einrichtungen und Diensten der Altenhilfe absolvieren und umgekehrt Altenpflegeschüler in den Kliniken. Bereits daraus ergebe sich eine Menge an Abstimmungsarbeit. 30 Schüler mehr als bisher durchlaufen künftig pro Jahr die praktische Krankenhausausbildung. Jeder Schüler brauche dann Berufskleidung und es müssten genügend Praxisanleiter zur Verfügung stehen. Auch sei der der terminliche Koordinierungsaufwand höher.

Schulen, Kliniken und Altenheime müssen zusammen arbeiten

Viele Stellen seien von den Neuerungen der sogenannten generalistischen Pflegeausbildung betroffen, heißt es in dem Pressetext. Mit der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch, dem Institut für soziale Berufe und der Krankenpflegeschule am Westallgäu-Klinikum sind es drei Schulen. Hinzu kommen die Kliniken, die Altenpflegeheime und auch die ambulanten Pflegedienste. Die größeren Einrichtungen vor Ort seien miteinander im Gespräch, berichtete Schmid. Ein Problem sei, dass seitens des Landes noch immer kein verbindlicher Lehrplan vorliegt. Die Koordination der neuen Pflegeausbildung sollte möglichst nahe an der Praxis angesiedelt sein, empfahlen Luzia Schmid und Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Pflege der OSK.

Petra Krebs zeigte sich überzeugt davon, dass sich die generalistische Ausbildung bewähren und durchsetzen wird, heißt es weiter. Sie verband es mit der Mahnung, dass „diejenigen, die im Gesundheitswesen noch nicht ausbilden, aufbrechen müssen“. Die OSK habe dafür den sogenannten „Flexpool“ eingeführt, heißt in der Meitteilung weiter: Bei diesem Arbeitszeitmodell müssen die Beschäftigten zwar bezüglich ihres Einsatzortes flexibel sein, können aber ihre Arbeitszeit selbst bestimmen (die SZ berichtete).

Neues Notfallkonzept: Team hat sich weitergebildet

Gut vorbereitet sei das Westallgäu-Klinikum auf das neue Notfallstufenkonzept, so der Pressebericht weiter. Das Klinikum erfülle die Bedingungen der neuen Basis-Notfallversorgung und auch des Verletztenartenverfahrens der Berufsgenossenschaften. Mit Timo Gentner ist ein Leitender Arzt für die Notfallversorgung am Westallgäu-Klinikum berufen worden. Die Hälfte des Teams in der Notaufnahme ist mittlerweile zu Notfallpflegern ausgebildet.

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