Tourist entdeckt Flusskrebse unter Kanaldeckel in Wangen

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Im Spitalkirchenkanal gibt es Flusskrebse.
Im Spitalkirchenkanal gibt es Flusskrebse. (Foto: Bernd Treffler)
Milena Sontheim

Der Wohnmobiltourist Oskar Menner aus Titisee-Neustadt hat jüngst Flusskrebse unter einem Kanaldeckel am Eselberg entdeckt. Die Tiere suchten sich ihren Weg vom Schießstattweiher zur Rinne um die Spitalkirche.

Die Flusskrebse sind wohl im Schießstattweiher angesiedelt, sagt Urs Geuppert von den Stadtwerken. Über eine Ablaufleitung unter der Leutkircher Straße fließe das Wasser zum Mühlrad am Eselberg. Davon werde wieder ein kleiner Teil in den Metzigbach an der Spitalstraße gespeist. So fanden die eingewanderten Krebse ihren Weg in die Altstadt. Ein Wohnmobiltourist habe die verirrten Tiere schließlich entdeckt.

Die Flusskrebse seien seit einigen Jahren ansässig und sind ein gutes Zeichen für die Gewässer: „Die Wasserqualität ist gut“, sagt Geuppert. Sonst würden sich die Krebse nicht ansiedeln. Früher habe es noch mehr von den Wassertieren gegeben – heute seien sie etwas weniger verbreitet, sagt er. Vor 2003 gab es noch keine Bestände, erklärt Thomas Bernhard vom Fischereiverein. Weiter erklärt der Vereinsvorstand, dass der Galizierkrebs ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Schwarzen und des Kaspischen Meeres stammt und die einheimsichen Arten verdrängt beziehungsweise ausgerottet hat.

Dennoch: Die eingewanderten Flusskrebse würden eine wichtige Funktion erfüllen. Sie sind sozusagen die „Müllabfuhr“ eines Gewässers, heißt es von Bernhard. Als Allesfresser könnten sie fast jede organische Substanz verwerten. „Sie ernähren sich von totem organischen Material wie Blätter, Pflanzen, Algen, Insektenlarven, Plankton und kleinen, toten Fischen.“ Außerdem dienen sie wiederum vielen anderen Tieren als Nahrungsquelle.

„Die Flusskrebse flutschen regelmäßig in die Rinne an der Spitalstraße, weil sie durch ein Gitter bei der Ablaufleitung vom Schießstattweiher rutschen und sich über das Mühlrad durchschleichen“, sagt auch Isabel Staiger vom Abwasserwerk. Das könne man nicht vermeiden. Darum würden sie wieder in gewohntes Terrain gebracht. „Sie werden eingesammelt und in den Weiher an der Eselmühle gesetzt.“ Da gefalle es den Tieren besser als unter einem Kanaldeckel.

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