Torhüter Drenceanu macht den Sack zu

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 Großer Rückhalt, ab und an auch mal Torschütze: Wangens Petru Drenceanu.
Großer Rückhalt, ab und an auch mal Torschütze: Wangens Petru Drenceanu. (Foto: Sascha Riethbaum)

Trotz eines Miniaufgebots von acht Feldspielern, ab Minute acht gar nur mit sieben, haben die Wangener Handballer das Maximale geerntet. Die MTG kam am Samstagabend zu einem glücklichen 26:24 (13:10)-Erfolg bei Abstiegskandidat SG Hegensberg-Liebersbronn. Vor nun zweifellos schweren Wochen mit fordernden Vergleichen gegen die Aufstiegsaspiranten der Württembergliga Süd, festigten die Allgäuer ihren fünften Platz.

Bereits um die siebte Minute herum musste in Abwesenheit des wiederum beruflich verhinderten Regisseurs und Torjägers Aaron Mayer mit David Paul ein weiterer MTG-Akteur früh, weil verletzt, ausscheiden. Kurzfristig erkrankt war Nachwuchshoffnung Leopold Plieninger. Dennoch erarbeitete sich Wangen bis zur Pause eine verdiente 13:10-Führung. „Was uns unter anderem so stark macht, ist eine extrem gute Kondition“, verrät Co-Trainer Sebastian Staudacher. Ohne die Leistung seiner Vorgänger zu schmälern, hat Chefcoach Gabriel Senciuc diesbezüglich wohl exzellente Arbeit abgeliefert. Und: „Keiner stiehlt sich während der gesamten Spielzeit aus der Verantwortung“, weiß Staudacher. Exemplarisch dafür stehen Elia Mayer, in trotz allem schmerzlich vermisster Abwesenheit seines Bruders als Dreh- und Angelpunkt, ein Leader – sowie Marc Bächle und Marc Kuttler.

Die MTG ließ sich auch von unkonventionellen Maßnahmen der Gastgeber um Spielertrainer Jochen Masching – wie etwa eine Viertelstunde vor Schluss eine 3:3-Abwehrformation mit Manndeckung – nur bedingt beeindrucken. Wie unlängst beim schleierhaften 24:26 bei Aufsteiger HC Hohenems zerronnen – hieß es diesmal halt mit 26:24 gewonnen. Wiederum gegen einen Abstiegskandidaten. „Im Handball spielt sich viel im Kopf ab. Da haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht“, sagt Staudacher.

Wie schon in Hohenems, stand es kurz vor Abpfiff 24:24. „Dann haben wir irgendwie das 25:24 reingewürgt“, gesteht Staudacher. Auszeit Hegensberg-Liebersbronn. Quasi mit dem Schlusspfiff beförderte Wangens Zugang Petru Drenceanu, fürwahr ein Keeper mit großer Zukunft, den Ball direkt ins verwaiste Gehäuse der Gastgeber. Sebastian Staudacher forsch: „Das macht die MTG wohl im Vergleich zur Vorsaison aus. Wir geben bis zur letzten Sekunde nicht auf.“

Acht Punkte hat die MTG Wangen nun im neuen Jahr auf die Habenseite gebracht. Von Aufstiegsambitionen jedoch will Sebastian Staudacher angesichts der schweren Aufgaben gegen Heiningen (Dritter), Gmünd (Erster) und Wolfschlugen (Zweiter) nichts wissen. Verschmitzt fügt der Co-Trainer aber an: „Einen davon werden wir packen.“ Mit Hochmut hat das gewiss nichts zu tun. Allenfalls mit berechtigtem Selbstvertrauen.

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