RNG zeigt am Holocaust-Gedenktag preisgekrönten Film im Kino

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 Leon Schwarzbaum zeigt in ‚seiner‘ alten Baracke in Auschwitz-Birkenau, wo er lag: auf der linken Seite, in der Mitte, ganz obe
Leon Schwarzbaum zeigt in ‚seiner‘ alten Baracke in Auschwitz-Birkenau, wo er lag: auf der linken Seite, in der Mitte, ganz oben (Foto: Viet-Film)
Schwäbische Zeitung

Die Filmvorführung mit anschließender Diskussion beginnt am Montag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Lichtspielhaus Sohler. Karten gibt es im Vorverkauf ab Montag, 13. Januar, nur im Rupert-Neß-Gymnasium per E-Mail an info@rng-wangen.de oder Telefon 07522 / 978433 zum Preis von fünf Euro, ermäßigt drei Euro.

Drei Jahre lang hat Hans-Erich Viet, Autor und Regisseur, den Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum begleitet. Gemeinsam kehrten sie zurück an die Orte größter Pein, ungeheurer Unmenschlichkeit, tiefster Erniedrigung und Tod. Auf den Tag genau 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zeigt das Rupert-Neß-Gymnasium laut eigener Ankündigung in Zusammenarbeit mit der Stadt Wangen am Montag, 27. Januar, um 19.30 Uhr den preisgekrönten Film im Wangener Lichtspielhaus Sohler.

Vormittags bei den Schüleraufführungen wird Oberbürgermeister Michael Lang anwesend sein, der die Initiative zu diesem Projekt hatte. Neben dem Filmemacher können Gemeinschaftskunde-Fachvorsitzender Shawn Perekrestenko und die Schulleiter Michael Roth auch Thomas Walther begrüßen, heißt es weiter in dem Pressebericht. Dieser spielt in der Geschichte Schwarzbaums eine entscheidende Rolle: Der frühere Staatsanwalt und Richter bereitete die Anklage gegen den KZ-Aufseher John Demjanjuk vor. Damit sorgte er nicht nur dafür, dass erstmals ein Wachmann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, sondern auch, dass die „Opfer ein Gesicht bekommen“ haben, sagt Walther. Ausgezeichnet wurde Walther dafür im Juli 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz.

Am Abend ist dann die Öffentlichkeit zum Film geladen. Wie bedeutend diese Veranstaltung ist, zeigt laut der Pressemitteilung auch, dass sowohl Filmemacher Viet als auch Walther an diesem geschichtsträchtigen Tag alle weiteren Termine abgesagt haben und Viet aus Ostfriesland sowie Walther aus Ungarn nach Wangen kommen werden.

Leon Schwarzbaum wurde am 20. Februar 1921 in Hamburg-Altona als Sohn eines Altmetall-Händlers geboren. Die ursprünglich polnischen Juden zogen wieder zurück in die Heimat nach Bedzin (nahe Kattowitz) in Oberschlesien. Schwarzbaums Leidenschaft war die Musik. Er liebte den amerikanischen Swing, steppte und gründete gemeinsam mit Freunden eine A-cappella-Gruppe: die Jolly Boys. Doch kurz nach seinem Abitur im September 1939 fallen die Deutschen in Polen ein. In seinem Wohnort Bedzin wird die Synagoge angezündet. Schwarzbaum kommt ins Konzentrationslager Bobrek und leistet dort Zwangsarbeit für Siemens. Die drei weiteren Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Buchenwald und Haselhorst hat er mit viel Glück überlebt.

Gemeinsam mit dem Ostfriesen Viet, der zuvor insbesondere als Regisseur von Krimis der beliebten Reihe „Polizeiruf 110“ in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat, taucht Schwarzbaum tief in seine Vergangenheit ein. Der daraus entstandene Dokumentarfilm wurde 2018 unter anderem mit dem Filmpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ausgezeichnet.

Die Filmvorführung mit anschließender Diskussion beginnt am Montag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Lichtspielhaus Sohler. Karten gibt es im Vorverkauf ab Montag, 13. Januar, nur im Rupert-Neß-Gymnasium per E-Mail an info@rng-wangen.de oder Telefon 07522 / 978433 zum Preis von fünf Euro, ermäßigt drei Euro.

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