Profi-„Speaker“, Kabarett und Poetry-Slam

Lesedauer: 6 Min
 Uwe Störmer, Thomas Strobel und Joachim Dufner freuen sich auf den Benefizabend.
Uwe Störmer, Thomas Strobel und Joachim Dufner freuen sich auf den Benefizabend. (Foto: Steppat)
Redaktionsleiter
Schwäbische Zeitung

Um ihre Arbeit erledigen zu können, sind Hospizvereine und Hospize auf finanzielle Zuwendungen angewiesen. Vor diesem Hintergrund hat der Wangener Hospizverein da eine außergewöhnliche Idee: Er veranstaltet, zusammen mit Partnern, einen Abend, an dem die Beiträge professioneller Vortragsredner und -trainer im Mittelpunkt stehen – und zwar Vertreter der zu einem Verein zusammen geschlossenen „7 Schwaben Speaker“. Buchstäblich über die Bühne der Wangener Stadthalle gehen soll das Ganze am 20. Mai.

Joachim Dufner weiß angesichts der jüngeren Geschichte der Wangener Hospizbewegung: „Wir kommen aus einer nicht einfachen Phase.“ Heißt: Vor den personellen Wechseln an der Spitze von stationärem Hospiz und dessen Trägerverein vor einigen Jahren hatte es einen Vertrauensverlust gegeben. In dessen Folge sanken auch die Einnahmen aus Spenden. Zugleich hat der Calendula-Vorsitzende beobachtet: Mit neu hinzugekommenen Organisationen gibt es mehr Wettbewerb um Finanzmittel.

Deshalb geht der Verein jetzt neue Wege zu deren Generierung: Am 20. Mai kommt es zu einem Auftritt von Vertretern der „7 Schwaben Speaker“ – aber nicht nur. Bei der Benefizveranstaltung treten auch das Kabarettistinnen-Duo „Dui do on de Sell“ und der schwäbische Poetry-Slamer Wolfgang Heyer in der Stadthalle auf.

Doch was sind „Speaker“ und wie kam es zu diesem Abend? Thomas Strobel, Vorstand dieser als Verein organisierten Vortragsredner, erklärt: Bei ihnen allen handele es sich um Schwaben. 2013 hätten sich die sieben Sprecher zusammengefunden, und seither treten sie in der Regel zweimal am Jahr für gute Zwecke auf. Und das mit Erfolg, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist: Demnach sind seither mehr als 100 000 Euro durch die Charity-Aktionen zusammen gekommen – vor allem bei Veranstaltungen in hiesigen Gefilden, aber auch deutschlandweit.

Über die Mitte des Lebens

Am 20. Mai treten drei der sieben „Speaker“ auf. Da ist zunächst Tanja Köhler. Sie fragt: „War das schon alles?“ Und spricht über die Veränderung in der Mitte des Lebens. In dem Presstext heißt es zu ihrem Thema: „Das Gefühl, schon viel erreicht und trotzdem Sehnsucht nach etwas Neuem zu haben, kennen viele, die in der Mitte des Lebens stehen. Was also tun, um wieder in Bewegung zu kommen? Tanja Köhler gibt eine charmante Anleitung und weiht die Zuhörer zeitgleich in das Geheimnis des großen schottischen Highland-Dudelsacks ein.“

Nils Bäumer lädt unter dem Motto „Kreativität ist Science Fiction – Hirnlust statt Ideenfrust“ zu einem „Brain-Trek“ ein: Begeisterung sei garantiert, heißt es, Kreativität aktiviert und zur Innovation inspiriert: „Die Gäste erfahren, wie sie die Herausforderungen von morgen schon heute lösen können.“ Und schließlich kommt Denise Maurer zu Wort. Ihr Thema: „Kommunikation – Fit für die kommunikative Bühne des Lebens.“ Laut Mitteilung entlarvt Denise Maurer „mit Witz, Wirkung und Tiefgang kommunikative Tücken und serviert dem Publikum handfeste Kommunikationstipps zur direkten Umsetzung“.

Den Abend abrunden sollen Petra Binder und Doris Reichenauer als Kabarettduo „Dui do on de Sell“ sowie der hiesige Poetry-Slamer Wolfgang Heyer. Binder und Reichenauer haben in den letzten Jahren „die Spitze des süddeutschen Kabaretts und die Herzen ihrer im Sturm erobert“, berichten die Veranstalter. Dabei durchqueren sie „den alltäglichen Wahnsinn, der mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Selbstironie bei den Zuhörern eigene Erinnerungen weckt“.

Poetry-Slam auf Schwäbisch

Als weiteres „Gutzle“ der besonderen Art wird überdies Wolfgang Heyer angekündigt: „Allein schon die Tatsache, dass sich ein Poetry-Slammer dem Dialekt und im Speziellen dem Schwäbischen annimmt, ist eine Rarität. Wie Wolfgang Heyer die schwäbischen Eigenschaften und Sprachbesonderheiten allerdings aufbereitet ist in hohem Maße bemerkenswert. Mal mit hohem Sprachtempo, mal mit kreativem Wortwitz und mal mit heiteren Alltagserlebnissen.“

Unterm Strich erhoffen sich Joachim Dufner, Thomas Strobel und Hospiz-Geschäftsführer Uwe Störmer nicht nur einen recht unterhaltsamen, sondern auch einträglichen Abend. Denn die Einnahmen sollen komplett der Wangener Hospizbewegung zur Verfügung gestellt werden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen