Plötzlich vor den Abstiegsplätzen

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 Nahezu chancenlos: Okan Housein (hinten) sind nach dem 1:5 in Berg (vorne Andreas Frick) unter Druck.
Nahezu chancenlos: Okan Housein (hinten) sind nach dem 1:5 in Berg (vorne Andreas Frick) unter Druck. (Foto: Christian Metz)
Markus Prinz

Am kommenden Samstag empfängt der FC Wangen in der Fußball-Verbandsliga Württemberg bereits um 14 Uhr den 1.FC Normannia Gmünd. Nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen stehen die Allgäuer gegen den Oberligaabsteiger bereits unter Druck. Aktuell steht der FC Wangen auf dem ersten Nichtabstiegsplatz und benötigt daher dringend Punkte, um nicht noch tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen.

Mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen ist der FC Wangen hervorragend in die neue Saison gestartet. Drei Spieltage später ist das Punktekonto nur um einen Zähler gewachsen, was für Wangens Trainer Adrian Philipp aber nicht sehr überraschend kam: „Wir wussten schon, dass wir zu Beginn der Saison gegen Gegner spielen, die unserer Kragenweite entsprechen und danach einige Brocken auf uns warteten.“ Leider hat sich diese Prognose aus FC-Sicht bewahrheitet, denn gerade aus den letzten zwei Auswärtsspielen gab es rein gar nichts zu holen. Beim TSV Essingen und vergangenes Wochenende beim Nachbarschaftsduell in Berg kam Wangen jeweils mit 1:5 unter die Räder. Zwischen den beiden deutlichen Niederlagen war noch das bittere 2:2 gegen den 1.FC Heiningen, bei dem die Hausherren bereits mit 2:0 führten und sogar in Überzahl spielten.

Aber nicht nur mit den Ergebnissen war Philipp nicht zufrieden, auch mit den Reaktionen seiner Spieler nach Rückschlägen während des Spiels war er nicht einverstanden: „Wir lassen zur Zeit viel zu schnell die Köpfe hängen, das gefällt mir nicht und da stelle ich mir dann teilweise eine andere Körpersprache vor, gerade von Spielern, die jetzt auch schon ein paar Jahre dabei sind.“ Da war es sicherlich auch nicht gerade förderlich, dass mit Fabian Eninger Wangens erfahrenster und auch einer der besten Innenverteidiger der Verbandsliga in Berg gefehlt hat. Jedoch muss Philipp noch zwei weitere Spiele ohne seinen Abwehrchef auskommen, „Fabian hat uns mit seiner Zweikampfstärke natürlich sehr gefehlt. Mit Daniel Wellmann und Steffen Friedrich fehlen aber noch zwei weitere sehr erfahrene Spieler, die uns in der aktuellen Situation sicher sehr helfen würden“.

Nichtsdestotrotz hat der FC Wangen noch genug Spieler, die allesamt schon bewiesen haben, dass sie das Zeug haben, in dieser Liga zu bestehen. Das weiß auch Adrian Philipp, der seine jungen Schützlinge daher auch in die Pflicht nimmt. „Gerade wenn ein paar Führungsspieler fehlen, müssen eben andere Verantwortung übernehmen.“ Will der FC Wangen, bei dem sich die Personalsituation in den nächsten Wochen wohl noch nicht merklich entspannen wird, in den nächsten Spielen wieder erfolgreich sein, müssen laut Philipp einige Akteure ihr Spiel umstellen. „Wir sind teilweise viel zu brav und zu lieb, da wünsche ich mir mehr Robustheit in den Zweikämpfen, ohne natürlich zwangsläufig Foul zu spielen“, fordert Philipp, der als fairer Sportsmann bekannt ist. Viel zu einfach werde es dem Gegner gemacht, Tore zu schießen. „Wir müssen unsere Fehler wieder minimieren und dürfen uns nicht zu schade sein, auch mal einen Ball hinten rauszuschlagen, da sind wir oft noch zu grün und unsere Gegner einen Tick cleverer.“

Der nächste Prüfstein ist der 1.FC Normannia Gmünd. Die Gäste kommen nach einer einjährigen Abstinenz in der Oberliga mit einer sehr erfahrenen Mannschaft nach Wangen, auch wenn im Sommer der bis dato dienstälteste Spieler Andreas „Bobo“ Mayer den Verein in Richtung Dorfmerkingen verlassen hat. Mit ihren Neuzugängen, allen voran Alexander Aschauer, der es für den VfB Stutgart II, Wacker Burghausen und die SG Sonnenhof-Großasbach immerhin auf 88 Drittligaeinsätze bringt, haben die Gmünder wieder viel Qualität hinzubekommen. Aschauer bringt es in dieser Saison bereits auf vier Tore, aber auch der 20-jährige Neuzugang Florijan Ahmeti von den Stuttgarter Kickers hat in der jungen Saison schon zweimal getroffen. Somit sind Gmünds Neuzugänge an der Hälfte der geschossenen Toren verantwortlich und haben wohl voll eingeschlagen. Dennoch hat man sich den Saisonstart beim Oberligaabsteiger sicher anders vorgestellt. Nach vier Punkten aus den ersten beiden Auswärtsspielen zum Auftakt schien Gmünd wieder in der Verbandsliga angekommen zu sein, aber vier Spiele in Folge ohne Sieg waren sicher nicht nach dem Geschmack von Trainer Holger Traub und ließ die Gmünder in die untere Tabellenhälfte rutschen. Am vergangenen Wochenende hat sich Gmünd beim 5:0 gegen Tübingen den Frust von der Seele geschossen, auch wenn Philipp den deutlichen Sieg nicht überbewerten will. „Gmünd hat natürlich viel Qualität, aber bei Tübingen läuft in dieser Saison noch nichts zusammen. Wir müssen aus unseren eigenen Fehlern lernen, dann ist am Samstag sicher was drin für uns“, sagt der Wangener Trainer.

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