Nervenkitzel scheint die MTG Wangen zu beflügeln

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Die Wangener Handballer bejubeln den Sieg gegen Lauterstein.
Die Wangener Handballer bejubeln den Sieg gegen Lauterstein. (Foto: sascha Riethbaum)
Uli Coelius

Die Wangener Handballer lieben offenbar den Nervenkitzel – inzwischen aber auch ein Happy-End. Dank der beiden Treffer von Shooter Marc Kuttler und dem rotzfrechen Youngster Felix Mendler quasi mit dem Schlusspfiff holte sich die MTG im Spitzenspiel der Württembergliga Süd den fünften Platz zurück. Mit 33:31 (17:15) wurde die SG Lauterstein am Samstagabend in einem wahren Krimi besiegt. „So seh’n Sieger aus“ tönte es in der Argensporthalle bei ohrenbetäubender Beschallung im gemischten Chor der glücklichen wie euphorisierten MTG-Fans.

Gestern noch womöglich hängende Köpfe; im Hier und Heute freilich geben sich die Wangener bis zur letzten Sekunde nicht auf. „Das macht halt den Unterschied“, hatte Co-Trainer Sebastian Staudacher, am Samstagabend wiederum ein Vorbild, unlängst festgestellt. Den Unterschied macht selbstredend auch Rückkehrer Aaron Mayer aus. Gleich zehn Tore, davon zwei Siebenmeter, schenkte der Denker und Lenker der tapferen SG Lauterstein ein. „Bis auf kleine Aussetzer um unseren besonders in der Anfangsphase überragenden Torhüter Petru Drenceanu haben wir einen verdienten Sieg eingefahren“, freute sich nahezu diebisch MTG-Teammanager Arno Uttenweiler.

Fast uneinholbar vorn

Bereits mit 23:17 (Felix Mendler in der 39. Minute) und 28:22 (Leopold Plieninger in der 47. Minute) schien die MTG fast uneinholbar zu führen und ungefährdet ihrem 15. Saisonerfolg entgegen zu steuern. Doch das vermeintlich stabile Wangener Gebilde begann urplötzlich zu bröckeln. Lauterstein, ebenfalls mit einer kleinen Chance auf die Oberliga-Relegation versehen, meldete sich zurück und glich zum 31:31 aus (58. Minute). Zur Erinnerung: In Lauterstein hatte die MTG ein grandioses 41:36 gefeiert.

Es gab tatsächlich Zeiten, da hätten die Wangener konsterniert klein beigegeben. Gabriel Senciuc, der introvertiert wirkende MTG-Cheftrainer, hat seiner Mannschaft jedoch nachhaltig eingeimpft, bis zur letzten Sekunde nicht aufzugeben. Wie so oft in dieser Saison bedient sich Senciuc kurz vor knapp dabei des taktischen Mittels einer Auszeit. Muss nicht, kann aber hilfreich sein. Es half. Die späten Treffer von Marc Kuttler und Nachwuchs-Juwel Felix Mendler bescherten der MTG das glückliche, aber verdiente Erfolgserlebnis. „Wir dürfen nicht vergessen, wo wir hergekommen sind“, mahnt Arno Uttenweiler an. Wohl wahr: Es war ein schmaler Grat zwischen Abstieg und Klassenerhalt.

Jugend forsch hieß es an diesem unterhaltsamen Abend einmal mehr bei der MTG Wangen. Ohne Druck kann das Senciuc-Team nun die drei letzten Aufgaben in Winzingen sowie gegen die Bezirksrivalen Laupheim (letztes Heimspiel) und Gerhausen (letzter Spieltag am 5. Mai) angehen. Vielleicht, wenn die Konkurrenz patzen sollte und Wangen seine Pflichtaufgaben erfüllt, eröffnet sich noch die hauchdünne Möglichkeit, den Oberligaaufstieg anzupeilen. Zukunftsmusik. „Wir wollen diesen tollen fünften Platz behaupten“, beteiligt sich Arno Uttenweiler bewusst nicht an eventuellen Spekulationen.

Eine harmonisch klingende Melodie gilt es für die MTG allerdings dann zu spielen, wenn die Wangener in der nächsten Saison gleich gefordert sind, sich für die eingleisige Württembergliga zu qualifizieren (voraussichtlich Platz sechs). Die MTG scheint jedenfalls gewappnet, dieses Ziel zu erreichen.

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