MTG-Teammanager Uttenweiler: „Die jungen Spieler denken zu viel nach“

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 Arno Uttenweilers Miene passt hier zwar zur sportlichen Situation, trotzdem blickt der sportliche Leiter der MTG Wangen positiv
Arno Uttenweilers Miene passt hier zwar zur sportlichen Situation, trotzdem blickt der sportliche Leiter der MTG Wangen positiv in die Zukunft. (Foto: Archiv: Karl-Heinz Bodon)
Schwäbische Zeitung

Die MTG Wangen hat für die aktuelle Saison in der Handball-Württembergliga Süd ein klares Ziel ausgegeben: mindestens Platz sieben. Dieser nämlich würde zur Teilnahme an der ab kommender Spielzeit eingleisigen Württembergliga berechtigen. Doch so richtig zielstrebig wirkt das bisher nicht, was die Wangener jede Woche aufs Feld bringen. Im Moment steht die MTG auf Platz neun. Die zwei Spiele nach der kurzen Winterpause wurden knapp verloren. Für den Teammanager Arno Uttenweiler ist das aber kein Grund, sich allzu große Sorgen zu machen. „Es ist noch alles drin. Wir sind weiter guter Dinge“, sagt Uttenweiler im Gespräch mit Michael Panzram.

Herr Uttenweiler, nach der kurzen Winterpause hat die MTG Wangen zweimal knapp verloren. Sehen Sie die sportlichen Ziele, also das Erreichen der eingleisigen Württembergliga, inzwischen gefährdet?

Wir haben gegen den Tabellendritten Wolfschlugen und den Tabellenvierten Deizisau unglücklich jeweils mit einem Tor Unterschied verloren. Beide Mannschaften waren einen Tick cleverer als wir. Unser Anspruch ist es nicht, unter die besten vier Mannschaften zu kommen. Uns geht es um die Plätze fünf, sechs und sieben. Da wollen wir landen. Diesen Bereich haben wir als Saisonziel ausgegeben. Uns fehlen im Moment drei Punkte zu Unterensingen auf dem siebten Platz. Es ist also noch alles drin. Wir sind weiter guter Dinge.

Natürlich sind Wolfschlugen und Deizisau zwei der starken Gegner in der Liga. Heißt das, die MTG sieht sich da nicht auf Augenhöhe?

Ich muss da vielleicht was zurechtrücken. Unser Anspruch ist es zwar, vorne mitzuspielen. Aber wir müssen nicht auf einem der ersten drei, vier Plätze landen. Mit Heiningen, Lauterstein, Wolfschlugen und Deizisau sind genau die Mannschaften vorne, die einen unheimlich breiten Kader haben, teilweise mit Spielern aus der Zweiten Liga, die auch die engen Spiele für sich entscheiden. Unser Anspruch ist, von diesen Teams nicht weit weg zu sein. Was uns im Moment etwas abhanden gekommen ist, ist das Quäntchen Glück, das wir in der vergangenen Saison gehabt haben, das Glück des Tüchtigen. Dazu kommt, dass wir mit Marc Bächle und Jens Bader schon in der Vorbereitung unsere zwei erfahrensten Spieler wegen Verletzung verloren haben. Dadurch ist unser Kader unheimlich jung. Gerade in den engen Spielen ist das zu merken, dass die jungen Spieler noch nicht so weit sind, so ein Ding auch einfach mal heimzuschaukeln.

Was vor allem verloren gegangen scheint, ist der Schrecken der „Hölle Süd“, die MTG hat sehr viele Heimspiele verloren. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Für die Nerven der jungen Spieler wird die Situation, je länger die Saison geht, nicht einfacher. Das sind hochtalentierte, intelligente Spieler, die vielleicht zu viel nachdenken, wenn sie die vollbesetzte Halle sehen und alles geben wollen. In der vergangenen Saison hat das oft besser funktioniert, dass sie mit erfahrenen Akteuren an ihrer Seite befreit aufspielen konnten und Spiele auch mal mit sieben oder acht Toren Vorsprung gewonnen haben.

Ein Einschnitt war der frühe Trainerwechsel von Gabriel Senciuc, der aus persönlichen Gründen das Amt abgab, zu Sebastian Staudacher. Wie sehen Sie seine Rolle und seine Entwicklung?

Für den Basti ist es ein Wechselbad der Gefühle gewesen, von jetzt auf gleich vom Co-Trainer auf die Chefposition zu wechseln. Ich empfinde ihn als unheimlich akribischen Trainer, der fleißig und engagiert ist und alles daransetzt, die Ziele zu erreichen. Es hat definitiv keinen Bruch gegeben, als er von Gabriel Senciuc übernommen hat. Basti versucht, das weiterzuführen, was Gabriel in der letzten Saison begonnen hat. Was sein großer Vorteil ist: Er hat viele der jungen Spieler schon als A-Jugendtrainer betreut. Weil er sie in- und auswendig kennt, gibt er ihnen vielleicht sogar noch mehr das Vertrauen.

Den Vertrauensbeweis an Sebastian Staudacher hat es in Form der Vertragsverlängerung ja schon gegeben, oder?

Basti wird, egal wie die Saison läuft, auch in der nächsten Saison unser Trainer sein. Wir werden mit ihm alles daransetzen, unter die besten sieben Mannschaften der Württembergliga zu kommen. Und wenn das nicht klappen sollte, geht die Welt auch nicht unter.

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