Mit Frack und Zylinder unterwegs durch das Allgäu

Lesedauer: 4 Min
 Hans Lanz aus Neuravensburg ist Mitorganisator der diesjährigen Clubausfahrt.
Hans Lanz aus Neuravensburg ist Mitorganisator der diesjährigen Clubausfahrt. (Foto: Hans Lanz)
Schwäbische Zeitung

Ein echtes Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer verspricht laut Pressemitteilung des Gästeamts in Wangen die Clubausfahrt des Deutschen Traditionsfahrclubs für historische Pferdegespanne von Donnerstag, 15. bis Sonntag, 18. August, rund um Wangen zu werden.

25 Kutschen, vom Einspänner bis zum Vierspänner, nehmen an dem Treffen teil, zu dem Kutschen aus ganz Deutschland anreisen. Diese Kutschen sind teilweise an die 100 Jahre alt. Die Vielfalt der Gespanne ist groß und lässt sich an Bezeichnungen wie Ungarischer Jagdwagen, Reiseomnibus, Cocking-Cart, Victoriakutsche, Phaeton, Caleche, Brek oder Roadcoach ablesen. Fahrer, Beifahrer und Gäste reisen laut Mitteilung in stilvoller Kleidung, wie man es vor 100 Jahren machte. Das heißt, die Damen sitzen im langen Kleid mit Hut und die Herren – je nach Funktion – in Uniform, Frack oder einem sogenannten Cut und Zylinder in der Kutsche oder auf dem Kutschbock.

Stationiert sind die rund 60 Pferde in einem großen Stallzelt beim Hofgut Dürren. Das Hofgut Dürren sei auch nicht von ungefähr Station, denn der vormalige Eigentümer Oskar Farny war selbst Fahrer einer seltenen Sommer-Winter-Kutsche, die ebenfalls in Fahrt zu sehen sein wird, heißt es weiter.

Die erste Ausfahrt ist am Freitag, 16. August, um 9.30 Uhr von Dürren über Riehlings nach Kißlegg geplant. Die Mittagsrast zwischen 11.30 und 13 Uhr wird im Schlosspark eingelegt. Anschließend geht die Fahrt durch das württembergische Allgäu zurück zum Hofgut Dürren.

Bei der zweiten Ausfahrt am Samstag, 17. August, führt die Reise ab 9.30 Uhr durch die Allgäulandschaft über Ratzenried, Zurwies, Laudorf, Deuchelried und Oflings nach Beutelsau. Nach dem Mittagsstopp von 11.30 Uhr bis 13 Uhr im Biergarten kehren die Kutschen über Oflings und Ahegg zurück zum Hofgut Dürren. Da die Fahrzeuge nacheinander starten und idealerweise ankommen, sind bei der Rast nur für kurze Zeit alle zusammen. Die Abfahrt der letzten Kutsche in Beutelsau ist um 14.30 Uhr geplant.

Organisiert wird das Treffen von Hans Lanz aus Neuravensburg und Andreas Veser aus Kißlegg. „Der Club wurde 2010 gegründet“, wird Hans Lanz in der Mitteilung zitiert. Der Club vereine Fahrer aus allen Teilen Deutschlands, die die Liebe zur traditionellen Kutschfahrt teilen. Wobei die Zeit zwischen 1850 und etwa 1950 gemeint ist, wie er ergänzt. „Gut bürgerliche und adlige Häuser hatten einen Kutscher in Uniform und auch die begleitenden Grooms steckten in einer Kleidung, die zum Hause passte“, sagt er. „Je nach Bedeutung und finanzieller Ausstattung der Herren, war auch die Uniform des Personals auf dem Kutschbock mal mehr, mal weniger edel.“ War der Eigentümer der Kutsche selbst der Fahrer, war er am grauen Zylinder erkennbar. Die Bediensteten hingegen trugen schwarze Zylinder oder Melonen.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen