Leutkircher Künstlerin hält Bewegung in Farbe fest

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„Bewegung in Farbe“ – so lautet der Titel der am Dienstagabend in der Kornhausbücherei eröffneten Ausstellung. Die Leutkircher K
„Bewegung in Farbe“ – so lautet der Titel der am Dienstagabend in der Kornhausbücherei eröffneten Ausstellung. Die Leutkircher Künstlerin präsentiert ausdrucksstarke Exponate mit verschiedenen Techniken der Malerei. (Foto: Tine Steinhauser)
Tine Steinhauser

Zur Vernissage der Leutkircher Malerin Gerda Neuschel hat am Dienstagabend Büchereileiterin Susanne Singer rund 40 Kunstinteressierte begrüßt. „Ich freue mich, ihre Arbeiten kennengelernt zu haben und dass wir die Ausstellung ‚Bewegung in Farbe‘ hierher bekommen konnten“, sagte sie mit einem Blick auf die in den Farben ausdrucksstarken Bilder, die nun bis Ende Juni die Wangener Kornhausbücherei zieren.

„Genau vor zehn Jahren hatten wir Frau Neuschel schon einmal mit ihren Werken zu Gast bei uns“, fügte sie hinzu, „damals war wie heute Reinhold Kraft dabei, der am Klavier für die musikalische Begleitung sorgt“. Die Freude über die Ausstellung war Neuschel selbst auch anzusehen. Sie erzählte von ihrem künstlerischen Werdegang.

Schon immer hatte sie sich für die künstlerisches Gestalten interessiert und so nach der Schule eine Ausbildung als Keramikmalerin absolviert. Aber das war ihr nicht genug. „Ich habe eine Reise in die Toskana gemacht und mich dort intensiv mit der Aquarellmalerei beschäftigt“. Bei weiteren Besuchen von Fortbildungen und Kunstschulen in Roggenburg, Langenargen und Salem habe sie sich eine Reihe von Techniken angeeignet.

Nun sei sie bei Acrylfarben und verschiedenen Mischtechniken gelandet. „Vor mir ist jetzt eigentlich nichts mehr sicher“, ergänzt sie lachend, „ich verwende Quarzsand, Erde, Marmormehl oder Wellpappe“. Da wird gespachtelt, geritzt, Farbe aufgetragen, wieder abgewischt, wieder aufgetragen, mit Wasser lasiert. Man sehe den Bildern nicht an, wieviel Arbeit darin stecke.

„Farbe ist für mich der Ausdruck von Leben und Begegnung“, sagt sie, die Mischtechniken sorgten für mehr Perspektive, sie brächten Lebendigkeit in das Bild. Und obwohl sie schon auf etliche Ausstellungen in der Region zurückblicken kann und viele Bilder verkauft hat, steht sie doch bescheiden neben ihren großen Werken und lädt jeden ein, Fragen zu den Exponaten zu stellen oder darüber zu diskutieren.

„Meine Bilder haben keine Titel“, sagt Neuschel, „jeder hat die Chance, sich selbst seine Gedanken zu machen und zu entscheiden, was er sieht“. Sie selbst wisse ja oft auch nicht, was am Ende herauskommt, wenn sie vor der noch leeren Leinwand steht.

Ein Rundgang durch die Bücherei beweist: das eher abstrakte Spiel mit den Farben liegt Neuschel ebenso wie das Aquarellieren von Blumen und Landschaften. So ist das Aquarell vom Wasserfall von Schaffhausen, eine Aufgabe aus einem Kunstkurs, ebenso beeindruckend wie ‚ihr eigener Wasserfall‘ in imposanten Blautönen. Sie mache auch Auftragsarbeiten, da könnten die Kunden die Außenmaße und die Farbtöne bestimmen. Der Rest sei dann eine Überraschung.

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