Leukämie-Erkrankung - so können Sie helfen

Wer an Blutkrebs erkrankt, für den gibt es oft nur noch eine Möglichkeit, geheilt zu werden: Eine Stammzellenspende. Diese ist nicht kompliziert, die Suche nach dem genetischen Zwilling aber schon. Das müssen Sie über die Typisierung wissen.
Digitalredakteurin
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Menschen, die an Blutkrebs erkranken, haben oft nur eine Möglichkeit, geheilt zu werden: Eine Stammzellspende. Diese ist nicht kompliziert - die Suche nach einem genetischen Zwilling indes schon. 

Derzeit hofft auch Norbert Martin darauf, dass sein genetischer Zwilling gefunden wird. Der 61-Jährige ist in der Region unter anderem als Kreissparkassen-Vorstand, Vorstandssprecher des Wirtschaftsforums pro Ravensburg und Vorstandsmitglied des FV Ravensburg bekannt.

Vor wenigen Monaten bekam er die Diagnose Leukämie. „Es hat mir einfach den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagte der 61-Jährige in einem Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. 

Auch Kollegen, Freunde und Vereinsmitglieder sind schockiert über Martins Erkrankung. Viele Vereine und Organisationen wie die MTG Wangen, der Lions-Club Wangen-Isny, der FV Ravensburg und der Sportverband Ravensburg sind aktiv geworden und haben die DKMS-Aktion „Gemeinsam für Norbert“ ins Leben gerufen. 

+++ Hier klicken: DKMS-Aktion „Gemeinsam für Norbert“ +++

Normalerweise würde in solch einem Fall eine öffentliche Typisierungsaktion veranstaltet werden. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das aktuell aber nicht möglich. Deshalb rufen die Vereine und Institutionen zur Registrierung und Typisierung bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf.

+++ Hier klicken: Informieren und Spender werden +++

So funktioniert eine Typisierung

Registrieren lassen können sich laut DKMS Personen zwischen 17 und 55 Jahren. Die Testung ist kostenfrei und unkompliziert. Wer sich bei der DKMS dafür anmeldet, bekommt per Brief ein Testset zugeschickt.

Darin enthalten ist ein Wattestäbchen, mit dem ein einminütiger Wangenabstrich gemacht wird. Das kann jeder selbst zu Hause machen. Danach wird der Test per Post zurück an die DKMS geschickt. 

Im Labor wird mit dieser Probe dann die DNA bestimmt. Von der DNA hängt es ab, ob Spender und Patient zusammenpassen. Die Informationen über den potenziellen Spender werden im Zentralen Knochenmarkspenderregister in Ulm hinterlegt.

Dort werden die Daten von möglichen Spendern aus ganz Deutschland gesammelt. Wer sich typisieren lässt, kommt aber als Spender für Patienten auf der ganzen Welt infrage. Wenn es zu einem Treffer kommt, kann eine Stammzellspende stattfinden. 

So läuft eine Stammzellspende ab

Der mögliche Spender wird über den Treffer informiert. Ist er weiterhin mit einer Spende einverstanden, werden einige Tests durchgeführt, um zu überprüfen, ob der Spender wirklich passt und körperlich fit genug ist. Spricht nichts dagegen, kommt es zur Spende.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. In den meisten Fällen funktioniert die Spende über eine Blutabnahme. Dafür wird dem Spender über etwa vier Stunden hinweg Blut abgenommen. Dann werden die Stammzellen aus dem Blut entnommen. Danach geht das restliche Blut wieder zurück in den Körper des Spenders. 

Manchmal ist aber auch eine Entnahme aus dem Knochenmark nötig. Das wird in einer Operation aus dem Beckenknochen entnommen. Diese OP dauert im Normalfall etwa eine Stunde und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Nach rund drei Tagen können die Spender das Krankenhaus in der Regel wieder verlassen. 

Der Patient bekommt dann die Stammzellen als Blutkonserve verabreicht. Wenn der Körper des Patienten die Stammzellen annimmt, bilden sich gesunde Blutzellen.

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