Leiter erklärt Abläufe im Pflegeheim

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Schwäbische Zeitung

Gegründet bereits im 15. Jahrhundert, betreibt die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist in Wangen seit dem 9. Juni 2015 ihr damals neu erstelltes Pflegeheim „Hospital zum heiligen Geist“ am Klösterle 12. Mitglieder des Seniorenverbands öffentlicher Dienst in der Region Wangen waren laut einer Pressemitteilung des Verbandes zu Gast, um von Geschäftsführer Stefan Bär in einem Vortrag und einer Führung mehr über das Haus zu erfahren.

Heimleiter Bär wies darauf hin, dass die Hospitalstiftung rechtlich selbständig sei, die Stadt Wangen die Stellung einer Treuhänderin habe und der Gemeinderat deshalb Stiftungsrat sei. Knapp 70 Mitarbeiter, sind bei der Stiftung beschäftigt. Im Pflegeheim selbst hätten bis zu 57 Bewohner die Möglichkeit der Aufnahme. Bedingung sei, dass nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz Pflegegrad 2 vorliege, heißt es weiter.

Der Pflegegrad bemesse sich vor allem an der Selbständigkeit der Person. Je weniger selbständig ein Bewohner sei, desto höher ist der Pflegegrad. Das neue Gesetz habe es ermöglicht, dass nicht nur körperliche, sondern auch geistige Unselbständigkeit besser als bisher in die Bewertung der Selbständigkeit einbezogen werde. Dies betreffe vor allem an Demenz leidende Personen, so Bär.

In allen Pflegegraden sei der zu tragende Eigenanteil an den Kosten gleich hoch und liege derzeit bei etwa 2500 Euro bei Pflegeleistung in Vollversorgung, erläuterte der Heimleiter das neue Gesetz weiter. Bär verdeutlichte, dass so auch Sozialhilfeempfänger die Möglichkeit hätten, Aufnahme im Heim zu finden, das auch wenige Zimmer für Kurzzeitpflege anbiete.

So läuft das Aufnahmeverfahren

Auf Frage eines Zuhörers zeigte Bär den Beginn des Aufnahmeverfahrens auf: Zunächst müsse vom Hausarzt die Prüfung der Beeinträchtigung der Selbständigkeit eines Patienten bei dessen zuständiger Krankenkasse beantragen. In einem Gespräch zu Hause werde der medizinische Dienst dann die Beeinträchtigung der Person prüfen und gegebenenfalls dessen Pflegegrad definieren. Die Aufnahme auf die Warteliste des Pflegeheimes habe nur dann einen Sinn, wenn auch die Bereitschaft des künftigen zu Pflegenden vorliege, einen freien Platzes auch tatsächlich anzunehmen.

Bei einem anschließenden Rundgang besichtigten die Gäste die Einrichtung: ein Gemeinschaftsraum, eine Hauskapelle und etwa 20 Quadratmeter große Einzelzimmer mit Pflegebett und Nasszelle böten laut den Teilnehmern des Seniorenverbands gute Voraussetzungen, um sich hier wohlfühlen zu können. Die ruhige Lage und grüne Außenanlagen ergänzten das positive Bild, so Walther Schmid, Vorsitzender des Seniorenverbandes.

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