Lachmuskelstrapazen auf schwäbisch

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 Die „Saubachkome.de“ sorgte auf der Bühne der Grundschulaula in Primisweiler für einen vergnüglichen Abend.
Die „Saubachkome.de“ sorgte auf der Bühne der Grundschulaula in Primisweiler für einen vergnüglichen Abend. (Foto: clbi)
Claudia Bischofberger

In der vollbesetzten Aula der Grundschule Primisweiler haben fünf Schwaben aus Biberach das Publikum begeistert: Die „Saubachkome.de“ strapazierte die Lachmuskeln der Anwesenden auf schwäbisch.

Zur Melodie der „Sendung mit der Maus“ stellten die fünf sich vor: Das war Schwäbisch. Und in dieser Sprache setzte das sympathische Quintett auch sein Programm fort. Aber nicht ohne zuvor noch Klarheit über die Bedeutung der Nummernschilder zu schaffen, die die Fahrkünste der jeweiligen Landkreise bezeichnen. So bedeute RV „rollendes Verkehrshindernis“. Hingegen stehe BC für „Best Cardriver“. Am schlechtesten schneiden nach Meinung der Gruppe die Verkehrsteilnehmer im Landkreis Sigmaringen ab. Denn SIG bedeute „Seggl Im Geppl“.

Um ein Auto – mit welchem Kennzeichen auch immer – ging es auch im ersten Sketch. Wenn man mit dem Arbeitskollegen, der ein von Microsoft, Facebook und Amazon entwickeltes Auto hat, zur Arbeit fährt, kann dies zum Abenteuer werden: „Alexa, leg de erschte Gang ei“. Blinken sei laut Hersteller aus Datenschutzgründen nicht nötig, denn so „übersetzt“ der Chauffeur den Grund dafür „wo i na fahr, goht niemand ebbes a“. Doch auch Alexa ist nicht immer der schwäbischen Sprache mächtig, und so hilft nur noch der Befehl: „Alexa, den Hilfsmodus aktivieren.“ Am Ende wird schließlich die Route berechnet, die den restlichen Weg für Fußgänger anzeigt.

Bei einem Liebeslied, das einer Hedwig gälte, reimt sich zwar nicht alles, aber „in diesen paar Kröten Eintritt ist das nicht mit inbegriffen“, erklärten die Künstler. Wer ist die wichtigste Person in einer Firma? Natürlich die Putzfrau. Den Chef vermisse nach drei Wochen Abwesenheit niemand, aber die „Herrin“ über das Facility Management ist unersetzbar. Und ihr war auch das nächste (Lob-)Lied gewidmet. Die Melodie „Moskau, Moskau“ wurde umgetextet in: „Putzfrau, Putzfrau hot die Firma in de Hand, leistet jo koin Widerstand.“

Ohne Widerstand ging es nach gut einer Stunde Lachmuskeltraining in die Pause. Und auch der zweite Teil zeigte, dass schwäbische Männer „Multitasking“ können. Wie zum Beispiel Egon Hagel, der Gitarrenspieler und Älteste der Gruppe: „ I kann Treppe na und Kaugummi kaue, gleichzeitig.“ Sein Bruder Edgar Hagel behauptet von sich: „ I ka nastande und bled gosche.“

Noch ein weiterer Bruder der beiden in der Gruppe ist Alwin Hagel sowie dessen Cousin Markus Burkhardt. Der fünfte im Bunde ist Michael Ogger. Die Fünf haben es sich zur Aufgabe gemacht, feinsinnig den schwäbischen Alltag und den damit verbundenen Menschen zu durchleuchten und auf liebevolle Weisen zu karikieren. Der Saubach, der dem Quintett als Namensgeber dient, ist ein kleines Bächlein in Äpfingen bei Biberach, das die Heimat der Künstler ist.

Kein bisschen ruhiger ging es schließlich nach der Pause weiter. In „Tonis toller Tanz-Terrine“ spielte Egon Hagel den flotten Alleinunterhalter für eine Hochzeit. Dabei riss er auch das Publikum mit „Mambo Number five“ und anderen Stimmungsliedern mit. Währenddessen stellte sich der Rest der Truppe beim Salatbuffet an, und in sinnigen Gesprächen erfuhr man schließlich, dass man in der „Rentnerbravo, oder auch Apothekenumschau genannt“, alles nachlesen kann, was man über Gluten wissen muss. Sogar auf welcher Silbe das Wort betont wird. Kaum verwunderlich, dass das Quintett nicht die Bühne verlassen durfte, ohne auf zwei Zugaben zu verlängern.

Mit diesem Abend war es dem SV Primisweiler als Veranstalter gelungen, die anwesenden Gäste gut gelaunt auf den Nachhauseweg zu schicken.

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