Lästiger Juckreiz nach erfrischendem Bad im Singenberger Weiher

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Auch der Singenberger Weiher in Amtzell war gut besucht.
Zurzeit kann das Badevergnügen im Singenberger Weiher durch einen lästigen, juckenden Hautausschlag beeinträchtigt werden. (Foto: Archiv: Gemeinde Amtzell)
Schwäbische Zeitung

Zurzeit kann das Badevergnügen im Singenberger Weiher durch einen lästigen, juckenden Hautausschlag beeinträchtigt werden. Dieser Hautausschlag ist im Verlauf der vergangenen Woche bereits bei einigen Personen aufgetreten, wie die Amtzeller Gemeindeverwaltung aktuell mitteilt. Die sogenannte Badedermatitis, auch bekannt als Zerkariendermatitis oder im Bodenseeraum als Hundsblattern, ist zwar überwiegend harmlos, aber ziemlich lästig.

 So sieht der Lebenskreislauf der Zerkarien aus.
So sieht der Lebenskreislauf der Zerkarien aus. (Foto: Grafik: Gesundheitsamt)

Hervorgerufen wird diese Hautreaktion durch Zerkarien, das sind Larven von Saugwürmern, die bevorzugt im seichten Uferbereich mit Schilf oder anderen Wasserpflanzen auftreten, heißt es in der offiziellen Mitteilung weiter. Normalerweise werden diese Zerkarien von Enten oder anderen Wasservögeln aufgenommen und wachsen dort zu Saugwürmern heran. Deren Eier werden mit dem Vogelkot ins Wasser abgegeben und entwickeln sich in Wasserschnecken wieder zu Zerkarien. Diese schwärmen dann wieder aus und können auch badende Menschen befallen. Sie bohren sich in deren Haut, wo sie dann unter Rötung, Papelbildung und Juckreiz absterben.

Dermatitis zeigt sich zehn bis  24 Stunden nach dem Baden

Mehrere Minuten nach Befall treten meist leichter Juckreiz und gerötete Flecken auf. Bei empfindlichen Personen zeigt sich spätestens nach zehn bis 24 Stunden die eigentliche Dermatitis, also eine Entzündung der Haut mit stark juckenden roten Quaddeln, die nach zehn bis 20 Tagen folgenlos abheilen. Der Juckreiz kann allerdings so stark sein, dass durch Kratzen eine bakterielle Infektion nachfolgen kann, heißt es weiter.

Eine Linderung der Beschwerden kann durch lokale Anwendung von juckreizstillenden Cremen oder Lotionen oder durch Einnahme von Antihistaminika erzielt erden. Vorbeugend sind in jedem Fall auch an bisher noch nicht betroffenen Seen längere Aufenthalte im Uferbereich zu vermeiden und zum Schwimmen tiefere Bereiche zu bevorzugen. Empfohlen wird auch das sofortige Ablegen der nassen Badekleidung und kräftiges Abreiben mit dem Badetuch. Damit kann die Zahl der eindringenden Zerkarien vermindert werden, so die Gemeindeverwaltung.

Da der Kot der Wasservögel eine wichtige Rolle im Vermehrungszyklus der Parasiten spielt, sollten diese aus dem Badebereich unbedingt ferngehalten und keinesfalls durch Füttern angelockt werden. Deshalb sind Fütterungsverbote an Badeplätzen sinnvoll.

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