Joel Schwarz bei der MTG Wangen: Bock auf höherklassigen Handball

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 Joel Schwarz
Joel Schwarz (Foto: Sascha Riethbaum)
Oliver Weishaupt

Die Handballer der MTG Wangen bestreiten am Samstag (20 Uhr) in der Württembergliga Süd gegen den TSV Heiningen ihr drittes Heimspiel in Folge. Mit dabei sein wird auch MTG-Zugang Joel Schwarz, ein junger, ehrgeiziger Spieler, der schon ordentlich herumgekommen ist. „Es war von Tag eins an Handball“, erinnert sich der 21-Jährige an seine sportlichen Anfänge mit sechs Jahren beim TSB Ravensburg. „Ich habe nie eine andere Sportart ausprobiert.“

Über die JSG Bodensee in Langenargen und den TV Weingarten, wo er bereits mit seinem jetzigen MTG-Kollegen David Paul zusammen spielte, wechselte Schwarz nach der Teilnahme an einem Sichtungswochenende („Ich dachte: Komm’, die Chance kriegst du nie wieder!“) für drei Jahre ins Handballinternat des ThSV Eisenach, wo er in der Jugend-Bundesliga spielte und sein Abitur machte. „Es war die richtige Entscheidung, bereut habe ich es nicht“, blickt Schwarz zurück.

Mehr Einsatzzeiten

Obwohl er damals das Ziel verfolgte, zumindest als Halbprofi Geld mit seiner Leidenschaft zu verdienen, konnte er weder den dafür notwendigen Aufwand in letzter Konsequenz betreiben, noch wollte er zu viele Kompromisse eingehen. So begann er nach einem Jahr beim damaligen Oberligisten SV Remshalden seine Polizeiausbildung in Biberach und entschied sich deshalb trotz des Interesses vonseiten der MTG Wangen zunächst für die Rückkehr zum damaligen Landesligisten TSB Ravensburg. Zur Saison 2019/20 wechselte er dann doch zu den Allgäuern. „Jetzt habe ich wieder Bock bekommen auf höherklassigen Handball“, begründet Schwarz seinen Entschluss.

Aus beruflichen Gründen kann Schwarz, der in Wangen wie in seinem ersten Jahr in Eisenach die Rückennummer 18 trägt, im Training nicht immer dabei sein. „Das war eine Sache, die ich von Anfang an klar kommuniziert habe, aber das war für beide Parteien okay.“ Unter Trainer Sebastian Staudacher sind seine Einsatzzeiten gestiegen. „Ich freue mich immer, wenn ich spielen kann“, sagt Schwarz, der bislang vier Tore beisteuern konnte. „Nur durch Spielzeit gewinnt man Selbstvertrauen, kommt in die Mannschaft rein und bekommt eine gewisse Routine.“ Die im Vergleich zur Landesliga deutlich schnellere und robustere, taktischer geprägte Spielweise in der Württembergliga sei zwar „eine Umstellung“ gewesen, aufgrund seiner Oberligaerfahrung mit Remshalden aber nichts Neues.

Mit seinen 1,83 Metern ist Schwarz für einen Spieler, der im Rückraum sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Seite eingesetzt werden kann, relativ klein. „Ich gleiche das durch Schnelligkeit und Dynamik aus“, meint Schwarz. Darüber hinaus sieht er seine Stärken in seiner Sprungkraft und im Eins-gegen-eins. Defizite gebe es in Sachen Wurfkraft und -variabilität, außerdem müsse er noch lernen, ruhiger und abgeklärter zu agieren. „Ich merke manchmal, dass ich zu viel auf einmal will und dadurch Fehler passieren.“ Als Rechtshänder spielt er am liebsten im linken Rückraum, doch durch seine Zeit in Eisenach, wo er auf rechts spielte, ist er auch dort sehr geübt. „Gewisse Bewegungen kann ich nur auf rechts ausführen, die haben sich in den drei Jahren schon soweit perfektioniert, dass ich da teilweise besser spiele, als auf links.“

Trotz des schwachen Saisonstarts mit nur einem Sieg aus fünf Spielen, ist Schwarz davon überzeugt, mit der MTG Wangen die Qualifikation für die eingleisige Württembergliga zu packen. „Ich glaube, dass wir die Qualität haben, wenn alle fit sind, wenn alle da sind und wenn alle Gas geben. Es kann nicht nur klappen, es wird auf jeden Fall klappen, da bin ich mir sicher, weil wir keine schlechte Mannschaft sind. Es fehlen einfach noch ein paar Feinjustierungen.“

Gegen den TSV Heiningen, der als einziges Team alle seine Spiele gewonnen hat, sieht Schwarz die MTG nicht chancenlos. Beim jüngsten 18:21 gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn habe die Abwehr gut funktioniert, darüber hinaus seien nun die offensivstarken Mayer-Brüder Aaron (fehlte studienbedingt) und Elia (sah früh die Rote Karte) wieder mit dabei. „Heiningen können wir auf jeden Fall schlagen, definitiv.“

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