Im Porträt: Georg Brenner sorgt für den Klang der Festspiele

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Georg Brenner
Georg Brenner (Foto: Morlok)
Schwäbische Zeitung

Die Festspiele Wangen zeigen im Sommer „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist und der „Zauberer von Oz“ von L. Frank Baum sowie „All das Schöne“ von Duncan Macmillan. Die SZ stellt in loser Folge die Akteure vor - heute Georg Brenner. Er sorgt als Musiker und Komponist für die Musik und die Klangkulissen in den Stücken.

Für Georg Brenner sind die Festspiele Wangen 2019 die zweite Auflage. Und es sei für ihn ein bisschen wie zu Hause ankommen gewesen, als er Anfang Juli sein Quartier bezog und in den Zunftwinkel zurückkehrte, heißt es in einer Mitteilung der Festspiele: „Es hat unglaublich viele Vorteile, wenn man genau weiß, was einen erwartet, wenn man die Örtlichkeiten und auch schon einen Teil des Ensembles kennt“, sagt der 48-Jährige.

Wie bei den meisten im Team um den künstlerischen Leiter Peter Raffalt beginnt auch bei Georg Brenner die Arbeit für die Festspiele Wangen weit vor den Proben vor Ort. Noch im Winter schickte ihm Raffalt die Textfassungen der Stücke zu, wobei für den Musiker der „Zauberer von Oz“ im Mittelpunkt gestanden habe. „Ich habe den Text gelesen und noch während der Lektüre entstanden Bilder im Kopf“, sagt er. Und diese Bilder wandelten sich bei ihm dann in Töne. „Das war zum Beispiel beim Blechmann-Song so. Ich hab‘ die Gitarre zur Hand genommen und einfach losgespielt,“ wird Brenner zitiert. Als er die Aufnahme anhörte, sei er selbst überrascht gewesen. „Ich habe selber gestaunt“, sagt er und ergänzt: „Manchmal gibt es so einen Wurf, den man einfach spielt und an dem man dann auch kaum mehr was ändert.“

Musik muss zu Schauspielern passen

Wichtig sei, dass die Lieder nicht nur zum Stück, sondern auch zu den Schauspielern passen. Georg Brenner nimmt die Lieder selber auf und schickt die Produktionen zur Besprechung an den Regisseur. Die Endfassung geht dann an die Schauspieler, damit sie schon mal ein bisschen üben können, bevor sie ins Allgäu kommen. Weil ein Stück sich erst mit den Vorbereitungen am Aufführungsort entwickeln muss, reist er erst etwa zur Mitte der Probenzeit an. In seinem Laptop hat er dann jede Menge Material, das er sich für Atmosphären und Begleitmusik zurechtgelegt hat. „Vor Ort legen wir dann die Längen fest, und ich arrangiere dann die Stücke“, erklärt er. So wie das zum Beispiel auch beim „Zerbrochenen Krug“ mit dem musikalischen Thema war, das jedes Mal ertönt, wenn der Müll durch das Metallrohr donnert. Die Gitarre, Synthesizer und der Computer sind die Hauptinstrumente, mit denen Georg Brenner arbeitet.

Nicht immer, aber immer wieder gern arbeite er mit Peter Raffalt zusammen. Auf die Kooperation mit Raffalt im Herbst in Salzburg freue er sich. Georg Brenner ist nicht nur der letzte, der zum Team dazustößt, sondern auch einer der ersten, die Wangen wieder verlassen. Denn läuft eine Produktion, geht es an die Arbeit für die nächste.

Neben der Theatermusik steht der 48-Jährige viel auf der Bühne in verschiedenen Projekten, unter anderem mit seinem Noise-Pop-Duo „Urlaub in Polen“.

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