Hochwasser-Erfahrungen: Als Stämme durch Schomburg schossen

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Carolin Steppat

Eine Familie, die wiederholt vom Argenhochwasser heimgesucht wurde, ist die von Max Buhmann aus Schomburg. Sein Sägewerk steht direkt an der Unteren Argen.

Lebhaft erinnert er sich noch an sein erstes Hochwasser im Jahr 1944. Als sechsjähriger Bub sei er mit seinem Vater auf der damals noch steinernen Schomburger Brücke gestanden und habe beobachtet, wie ein Baumstamm nach dem anderen unter ihnen vorbeischoss: „Das war ein ganzer Wald, der da die Argen heruntergekommen ist.“ Die Stämme seien aus Oberau und Unterau gekommen, wo die Argen einen ganzen Wald mitgerissen habe.

Ein Jahr später am 29. April 1945, so berichtet die Stadtchronik, wurde die prächtige Schomburger Brücke – wie einige andere Brücken um Wangen – gesprengt, um den Vormarsch der Franzosen aufzuhalten. Deshalb errichteten die Buhmanns einen Holzsteg, um die Betriebsgebäude links und rechts der Argen behelfsmäßig miteinander zu verbinden. Dieser fiel jedoch dem Hochwasser von 1948 zum Opfer.

Holz vor Fluten in Sicherheit gebracht

Buhmann erzählt, dass damals die Männer noch das Holz am Sägewerk jenseits der Argen vor den reißenden Fluten in Sicherheit gebracht hätten. Doch als sie zurückkehren wollten, habe die Argen den Steg bereits fortgerissen gehabt. So mussten sie bis nach Brententann marschieren, wo noch ein Holzsteg gewesen sei. Bei diesem waren zwar schon die Bretter abgebaut gewesen, um ihn vor dem Hochwasser zu schützen, „aber über die Balken sind die Männer dann doch noch rüber gekommen“, so Buhmann.

"Pfingsthochwasser war katastrophal"

Das große Pfingsthochwasser von 1999 sei hingegen „katastrophal“ gewesen. Es habe viel Holz mitgenommen und einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Auch das Hochwasser im Jahr 2013 werden die Buhmanns nicht so schnell vergessen. Marianne Buhmann erinnert sich. Sie sei damals alleine mit ihrem Sohn im Haus gewesen: „Da haben sie uns gesagt, wir müssen drin bleiben, alles andere ist zu gefährlich.“ Damals habe es sogar die vier Zentner schwere Miniatur-Burg, die im Garten stand, mitgerissen. Diese sei aber ein Stück weiter unten wieder angeschwemmt worden und steht heute noch im Garten der Buhmanns.

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