Hilfe für Streuobstwiesen

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 Eine Streuobstwiese in Ravensburg: Der Landkreis Ravensburg und die Stadt Wangen beteiligen sich finanziell an deren Pflege.
Eine Streuobstwiese in Ravensburg: Der Landkreis Ravensburg und die Stadt Wangen beteiligen sich finanziell an deren Pflege. (Foto: Annette Vincenz)
Schwäbische Zeitung

Streuobstbestände sind ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Arten und haben eine hohe Bedeutung für das Landschaftsbild unserer Region. Die Pflege von Streuobstbeständen ist jedoch sehr zeitintensiv und erfordert viel Fachwissen. Durch mangelnde Pflege und Mistbefall sind mittlerweile viele Streuobstwiesen in der Region zunehmend gefährdet. Wie die Stadt mitteilt, unterstützen der Landkreis, die Stadt Wangen und die Ortschaftsverwaltungen daher Eigentümer von wertvollen Streuobstbeständen bei der Pflege, mit dem Ziel diese langfristig zu erhalten. Neben dem Baumschnitt werden im Rahmen der Streuobstkonzeption des Landkreises auch weitere Unterstützung zur Neupflanzung, Verbesserung der Wertschöpfung und der Umweltpädagogik angeboten.

Fachlich qualifizierte Fachwarte für Obst- und Gartenbau nehmen laut Mitteilung den Baumschnitt im Zeitraum von November 2019 bis April 2020 vor. Dabei handelt es sich um eine Erstpflege mit Entfernen von Totholz, Misteln und grobem Auslichten. Die organisatorische Abwicklung wird von der Gemeinde- und der Landkreisverwaltung übernommen. Vor der Beauftragung des Fachwarts wird der Bestand gemeinsam mit dem Eigentümer besichtigt und der Umfang und Ablauf der Pflege besprochen.

Eigenanteil wird gedeckelt

Von den anfallenden Kosten trägt der Landkreis laut Mitteilung ein Drittel. Die Stadt Wangen will ebenfalls ein Drittel der Kosten übernehmen. Zudem wird der Eigenanteil der Streuobstwiesenbesitzer mit einem Maximalbeitrag von 20 Euro je Baum gedeckelt. Das Schnittgut muss der Eigentümer entsorgen. Eigentümer von Obstbaumbeständen können sich am Baumschnitt aktiv beteiligen, sich damit auch praktisches Wissen bei der Baumpflege aneignen und die Kosten der Maßnahmen und damit auch ihren Eigenanteil reduzieren. Zwei bis drei Jahre nach der Erstpflege wird eine Nachpflege des Bestandes erforderlich, für dessen Finanzierung dieselben Konditionen gelten. Der Aufwand für die Nachpflege beträgt etwa 30 Prozent der Erstpflege.

Ausgenommen von der Förderung sind Streuobstbestände, die bereits in den Vorjahren im Rahmen des Projekts gepflegt wurden oder als Ausgleichsmaßnahme für Bauvorhaben oder Bebauungspläne dienen. Erhalten die Eigentümer öffentliche Förderungen, kann ein Ausschlussgrund vorliegen. Dies wird von der Landkreisverwaltung im Vorfeld geprüft.

Um am Förderprogramm teilzunehmen, ist ein Antrag über die örtliche Gemeindeverwaltung zu stellen. Dieser ist bis spätestens 31. August einzureichen. Das Antragsformular kann auf der Homepage des Landkreises Ravensburg www.rv.de abgerufen werden und ist auch bei den Ortschaftsverwaltungen und im Bürgerbüro der Stadt Wangen erhältlich. Die Naturschutzverwaltung beim Landkreis entscheidet anhand fachlicher Kriterien, ob der Bestand in das Pflegeprojekt aufgenommen wird.

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