Hamburger Rockröhre verzaubert Wangener Publikum

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Nein, in eine bestimmtes Genre konnte man die Hamburger Sängerin Jessy Martens nicht einordnen. Sie hat einfach eine „Wahnsinnss
Nein, in eine bestimmtes Genre konnte man die Hamburger Sängerin Jessy Martens nicht einordnen. Sie hat einfach eine „Wahnsinnsstimme“ und kann damit alles: Blues, Soul, Rock, Balladen. (Foto: tst)
Tine Steinhauser

Die Organisatoren des Jazzpoint zeigen oft ein gutes Händchen bei der Programmgestaltung und bei der Auswahl der Musiker. Mit dem Engagement der Hamburger Sängerin Jessy Martens und ihrer Band, die am Freitagabend vor ausverkauftem Hause gastierte, haben sie das wieder einmal unter Beweis gestellt. Nur 1,52 Meter ist sie groß, die 30-jährige Hamburgerin, aber sie darf ohne Umschweife eine richtig sympathische Powerfrau mit einer Wahnsinnsstimme genannt werden.

„Ich bin mit dem Taxi hergekommen“, erzählt sie, „ich habe kein Wort verstanden, von dem, was die Taxifahrerin gesagt hat. Ich habe sie noch gefragt, ob sie denn überhaupt die Adresse kennt, aber sie ist einfach losgefahren“. Okay, wir sind in Wangen. Und dann legt sie los. Begleitet wird sie von Dirk Czuva an der Gitarre, Markus Schröder an den Keyboards, Christian Hon Adameit am Bass und Christian Kolf am Schlagzeug. „Ist jemand hier, der sich outen möchte, weil er im Moment eine komplizierte Beziehung führt?“, fragt Jessy in die Runde und fügt lachend hinzu, als sich jemand meldet: „Jetzt sind wir seit September auf Tournee, aber bisher hat es noch nie jemand zugegeben.“

Presse feiert Sängerin

Liebe sei eben ein „Tricky Thing“, eine verzwickte Angelegenheit, so auch der Titel der Tournee und der letzten CD aus 2017. Das Jessy die Bühne und das Publikum liebt und verzaubert, ist jetzt klar. „Eine Stimme zum Niederknien“, titelte die Fachzeitschrift Rocktimes ohne Übertreibung. Und mit der Stimme kann Jessy Martens alles: dynamische Balladen, Blues, Soul, Rock und fast ein bisschen Pop, in eine Schublade lässt sie sich nicht stecken. Dabei ist sie herrlich authentisch, voller Lebenslust und Energie. Natürlich hat sie das Publikum an diesem Abend sofort mitgenommen. In 2011 und 2013 hatte sie bereits CD’s auf den Markt gebracht und war mit dem German Blues Award und dem Deutschen Rockpreis ausgezeichnet worden.

Die Presse hat sie gefeiert und ließ auch nicht aus, ihre Stimme mit der von Amy Winehouse, Janis Joplin oder Tina Turner zu vergleichen. „Akkordeon spielt man eigentlich eher hier im Süden?“, fragt Jessy, als ein Musikstück von Keyboarder Schröder auf dem Instrument begleitet wird. „Ist jemand hier, der es besser kann als?“ Nein, auf gar keinen Fall. Auch Jessy’s Musiker beweisen grandioses Können und große Spielfreude. Ein Konzertabend, der lange nachwirkt.

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