„Gefragt – Gejagt“: So erlebt Niederwangenerin die TV-Quizshow

 Kerstin Wolf aus Niederwangen ist Anfang August bei der TV-Quizsendung „Gefragt – Gejagt“ als Kandidatin zu sehen.
Kerstin Wolf aus Niederwangen ist Anfang August bei der TV-Quizsendung „Gefragt – Gejagt“ als Kandidatin zu sehen. (Foto: ARD/Uwe Ernst)
Corinna Blum

Bungee-Jumping, ein Fallschirmsprung, Segelfliegen – Kerstin Wolf mag es, Dinge zu tun, die etwas außergewöhnlich sind. Ganz frisch – und sogar zum zweiten Mal – abhaken kann sie nun den Punkt „Teilnehmerin in einer TV-Quizsendung sein“. Denn kommenden Montag ist die 42-Jährige als eine von vier Kandidaten bei der Quizshow „Gefragt – Gejagt“ im Fernsehen zu sehen.

Die Sympathie für das Ungewöhnliche hat Wolf nicht nur bereits in luftige Höhen getrieben, sondern immer wieder in Richtung Rateshow. Bereits 1999 war sie einmal Teilnehmerin bei „Jeder gegen jeden“, viele Jahre hat sie sich regelmäßig bei „Wer wird Millionär?“ beworben. Nun ist Kerstin Wolf bald im Studio von „Gefragt – Gejagt“ zu sehen.

Warum sie sich beworben hat

„Die Show hat mich deshalb interessiert, weil man wirklich viel wissen muss“, sagt Niederwangenerin. „Und die Jäger (die Gegenspieler der vier Kandidaten, Anm. d. Red.) sind ziemlich schlau.“ Und gegen die müssen sich die vier „Gejagten“ schließlich behaupten, um Geld gewinnen zu können.

Doch auch Kerstin Wolf muss sich mit ihrem Wissen nicht verstecken: „Zahlen, Daten, Fakten, das kann ich mir alles gut merken“, erzählt die 42-Jährige. „Meine Kollegen sagen auch ‚Kerstinpedia‘ zu mir.“ In diesem Moment muss sie selbst kurz schmunzeln. Allgemeinwissen liegt ihr, „unnützes Wissen“, wie sie es nennt, auch. Zum Beispiel weiß sie, dass Nutella einen Lichtschutzfaktor von 15 hat.

Schon 2019 wollte sie an einer Quizshow teilnehmen

Weil Kerstin Wolf sich so viel merken kann, „schauen manche Freunde schon gar keine Quizsendungen mehr mit mir gemeinsam an“. Interessant in diesem Zusammenhang: „Namen kann ich mir nicht so gut merken.“

An die Geschichte von ihrer Bewerbung bei „Gefragt – gejagt“ bis hin zur gelungenen Aufzeichnung der Show hingegen kann sie sich genauestens erinnern – kein Wunder, ist es doch eine durchaus erinnerungswürdige Geschichte.

 Kerstin Wolf aus Niederwangen (Zweite von links) ist zusammen mit weiteren Kandidaten (von links) Sven Pohlmann, Tim Scheuerman
Kerstin Wolf aus Niederwangen (Zweite von links) ist zusammen mit weiteren Kandidaten (von links) Sven Pohlmann, Tim Scheuermann und Myriam Kügler am kommenden Montag in der TV-Quizsendung „Gefragt – Gejagt“ dabei. (Foto: ARD/Uwe Ernst)

Bereits vor drei Jahren hatte sich Kerstin Wolf im Internet für die Quizsendung beworben. Das normalerweise folgende Casting stand zunächst unter keinem guten Stern: Für Ende 2019 wurde Kerstin Wolf nach München zum Casting eingeladen – und erlitt ein paar Tage zuvor einen Bandscheibenvorfall. Einige Zeit später wurde sie zur nächsten Castingrunde eingeladen, „aber dann“, erinnert Kerstin Wolf, „kam Corona“.

Ein Jahr lang blieb es still – dann wurde die gebürtige Leutkircherin von der Produktionsfirma gefragt, ob sie noch Interesse habe. Das hatte sie. Das Casting fand pandemiebedingt online statt – ein Gespräch mit einem Mitarbeiter der Castingfirma. „Im November 2021 habe ich die Zusage bekommen, dass ich beim nächsten Aufzeichnungsblock der Sendung dabei sein werde“, erzählt Kerstin Wolf.

Doch das wäre offenbar zu einfach gewesen: Einen Tag vor ihrer Abreise im März nach Hamburg war die Allgäuerin corona-positiv, „zum Glück nur mit leichten Schnupfensymptomen“. Trotzdem bedeutete dies natürlich: absagen und zu Hause bleiben.

Aufzeichnung wegen Corona ohne Publikum

Für Anfang Mai organisierte die Produktionsfirma erneut ein Hotelzimmer und eine Zugfahrt. Diese war mit einem Kabelbrand bei der Bahn in Hamburg zwar ebenfalls recht spektakulär, doch Wolf kam heil vor Ort an. Am nächsten Tag wurde „Gefragt – Gejagt“ aufgezeichnet, wie immer seit Corona ohne Publikum und auch ohne Begleitpersonen der Kandidaten.

Bei der Produktionsfirma „waren alle sehr nett“, erzählt Wolf. Sie sei prima umsorgt und gut gebrieft worden, und auch mit den anderen Kandidaten sei sie gut ausgekommen. So gut, dass sie vor Aufzeichnungsbeginn gemeinsam beschlossen:

„Wir gewinnen zusammen, und wir verlieren zusammen.“

Einen potenziellen Gewinn würden sie sich vierteln, egal, wie viele von ihnen es ins Finale schaffen würden.

Allgäuerin blieb ihrem Dialekt treu

Ob sie nervös war? „Ich würde es als nervöse Vorfreude beschreiben“, sagt Kerstin Wolf. „Aber es war nie negativ.“ Die größte Nervosität sei über sie gekommen, als die Aufzeichnung losging.

Eine „Grundnervosität“ blieb ihr die gesamte Stunde, in der die Sendung aufgezeichnet wurde. Damit kann die Niederwangenerin jedoch umgehen: „Ich hab mal in der Musik gespielt“, man gewöhne sich dran. „Ich genieße das manchmal sogar. Davon blockieren lasse ich mich jedenfalls nicht.“

„Zahlen, Daten, Fakten, das kann ich mir alles gut merken“, erzählt die 42-Jährige.
„Zahlen, Daten, Fakten, das kann ich mir alles gut merken“, erzählt die 42-Jährige. (Foto: Corinna Blum)

Vielleicht war diese Grundnervosität aber dann doch der Grund dafür, dass sich die 42-Jährige nach der Aufzeichnung an keine einzige der gestellten Fragen erinnern konnte – erst im Laufe der Zeit kamen die Erinnerungen wieder zurück.

Ihrem Allgäuer Dialekt blieb sie übrigens auch während der Aufzeichnung treu. Moderator Alexander Bommes „hat mich damit zwar ein bisschen aufgezogen, aber ich hab‘s durchgezogen“, sagt sie. „Der Dialekt gehört halt zu mir.“

Welchen „Jäger“ sie sich gewünscht hat

Das Allgäu, der Dialekt, die Heimat, das war auch ein bisschen der Grund, weswegen sich Kerstin Wolf am liebsten mit „Jäger“ Sebastian Jacoby duelliert hätte: Der Profi-Quizmaster stammt ursprünglich aus Oberstdorf. Dieser Wunsch wurde ihr allerdings nicht erfüllt.

„Einen Favoriten darf man sich schon wünschen, aber Versprechungen werden nicht gemacht“, so sind eben die Regeln bei „Gefragt – Gejagt“.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Persönliche Vorschläge für Sie