Freiheitsstrafe wegen Verkauf von Drogen

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Weil ein Mann aus dem Raum Leutkirch Drogen an eine Person verkauft hat, wurde er von einem Richter in Wangen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Lebensweg des Mannes, der vor dem Richter in Wangen stand, ist gezeichnet von schwierigen familiären Verhältnissen und regelmäßigem Konsum von Drogen. Nach einer Hausdurchsuchung fand man in der Wohnung des Angeklagten Utensilien, die dafür sprachen, dass auch Handel mit Drogen betrieben wurde: Neben Haschisch und separat aufbewahrtem Bargeld wurden eine Feinwaage, ein Laminiergerät und Tütchen sicher gestellt. Das Bargeld sei für die Urlaubskasse angelegt, sagte der Angeklagte. Ein Teleskopschlagstock lag unter dem Tisch. „Den habe ich zu meinem Geburtstag bekommen“, erklärte der Mann die Herkunft der Waffe. „Aber ich bin kein aggressiver Mensch und habe den Schlagstock noch nie benützt“, beteuerte er.

Der einst vom Heroin abhängige Mann befindet sich derzeit in einem Drogenersatzprogramm. Alle drei Tage besuche er zur Kontrolle einen Arzt. Schon einmal sei er nach einer Therapie rückfällig geworden als sein bester Freund ihn mit seiner damaligen Freundin betrogen hat. In einem Schreiben einer sozialtherapeutischen Einrichtung heißt es unter anderem, dass die schwierigen Familienverhältnisse des Angeklagten ihn in die Drogenabhängigkeit geführt haben. Dennoch habe er seine Lehre abgeschlossen und Arbeit gefunden. Daher sei von dieser Stelle aus eine Strafe auf Bewährung empfohlen.

Denn die Straftat wurde in einer laufenden Bewährungszeit begangen. Die Staatsanwaltschaft war der Ansicht, dass der Mann einen starken Therapiewillen an den Tag lege. Fakt sei aber, dass die gefundenen Utensilien auf Handel hinwiesen und der Schlagstock griffbereit gelegen habe.Das Geständnis und die Reue des Angeklagten ließen die Staatsanwältin doch auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten mit Bewährung plädieren. Das Urteil des Richters lag jedoch über dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Er kam mit den Schöffen zum Entschluss, dass eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten angemessen sei. Die Bewährungszeit beträgt vier Jahre. Grund der Entscheidung war auch, dass der Besitz des Teleskopschlagstocks ein Verstoß gegen das Waffengesetz darstellt.

Weitere Auflagen für den Verurteilten bestanden darin, dass er für zwei Jahre von einem Bewährungshelfer betreut werden muss. Die Substitutionstherapie dürfe nicht unterbrochen werden. Zweimal im Jahr müssen die Ergebnisse eines Drogenscreenings vorgelegt werden. Für die Erzielung des Gewinns durch den Verkauf von Drogen muss der Angeklagte einen Wertersatz von 325 Euro bezahlen. An eine gemeinnützige Einrichtung seien 600 Euro laut Urteil zu entrichten, die der Angeklagte in Raten von 100 Euro ableisten kann.

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