FC Wangen gelingt weiterer Befreiungsschlag

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Früher am Ball: Wangens Simon Wetzel (links) gegen Albstadts Sebastian Dahlke.
Früher am Ball: Wangens Simon Wetzel (links) gegen Albstadts Sebastian Dahlke. (Foto: Josef Kopf)
Markus Prinz

In der Fußball-Verbandsliga Württemberg ist dem FC Wangen der zweite Sieg in Folge gegen einen direkten Mitabstiegskandidaten gelungen. Beim 4:1-Sieg über den FC Albstadt 07 wussten die Wangener vor allem in der zweiten Spielhälfte zu überzeugen. Mit diesem Sieg kletterten die Allgäuer bis auf Platz zehn vor, die Abstiegsplätze sind trotz des weiteren Befreiungsschlags aber immer noch bedrohlich nahe.

Die ersten guten Nachrichten hatten die Hausherren bereits bei der Mannschaftsaufstellung zu vermelden, die beiden angeschlagenen Spieler Mario Vila Boa und Fabian Eninger standen in der Wangener Startformation. Von Beginn an waren die Gastgeber gut im Spiel und gaben den Ton an, ohne sich jedoch klare Torchancen herauszuspielen. Mit der ersten gefährlichen Torannäherung gelang den Gästen aus Albstadt jedoch die überraschende Führung. Nach einem unnötigen Foul an der Seitenauslinie köpfte Albstadts Kapitän Armin Hotz den daraus resultierenden Freistoß zum 0:1 in die Maschen. Dem FC Albstadt tat der Treffer sichtlich gut, Wangen hingegen hatte mit dem Rückstand zu kämpfen. Wangens Trainer Adrian Philipp sah den Gegner nach dem Führungstreffer ebenfalls einen Tick stärker: „Das 1:0 für Albstadt fiel aus dem Nichts, aber danach hatten wir Glück, dass sie ihre Möglichkeiten nicht besser nutzten.“

Albstadts Torjäger Pietro Fiorenza hatte die Chance, die Führung seiner Mannschaft auszubauen. Erst scheiterte er mit einem direkten Freistoß an Wangens Torhüter Julian Hinkel, kurz darauf war auch sein Abschluss aus 16 Metern sichere Beute für Hinkel. Der FC Wangen fand aber allmählich wieder besser ins Spiel, nach ein paar guten Situationen, die aber entweder durch eine schlechte Ballannahme oder überhastete Abschlüsse vertändelt wurden, hatte Mario Vila Boa in der 34. Minute die beste Chance zum Ausgleich. Sein Schuss von der Strafraumgrenze Richtung Torwinkel, wurde von Albstadts Schlussmann Leitenberger glänzend pariert.

Doppelschlag vor der Pause

So war es dann eine der unmöglichsten Positionen, von der Kapitän Simon Wetzel zum Ausgleich traf. Einen Eckstoß verwandelte Wetzel über den Gästekeeper hinweg direkt zum 1:1 ins Tor. Nur drei Minuten später erzielte Vila Boa sogar den Führungstreffer. Fabian Eninger spielte einen langen öffnenden Ball hinter Albstadts Abwehrreihe, Vila Boa nahm den Ball gekonnt auf, behielt die Nerven und verwandelte zum 2:1. Für Gästetrainer Alexander Eberhart waren die Minuten vor der Pause entscheidend: „Das war natürlich ein Genickschlag für uns.“

Wangen trat auch nach dem Seitenwechsel dominant auf und ließ keine Torchancen der Gäste mehr zu. Einen Fehler von Gästetorwart Leitenberger nutzte Okan Housein zur 3:1-Führung. Nach Vorarbeit von Dennis Schwarz, schloss Wetzel aus 17 Metern ab, den harmlosen Schuss ließ Leitenberger unglücklich nach vorne abprallen. Der Linienrichter hob zwar erst seine Fahne, aber als er sah, dass der im Abseits positionierte Steffen Friedrich den Ball seinem Kollegen Housein überließ, ging die Fahne wieder nach unten und das Tor zählte. Wangen hatte weitere Möglichkeiten zur Vorentscheidung, Linksverteidiger Friedrich hatte viel Platz auf seiner Seite, seine Hereingabe geriet ihm aber zu hoch, so dass Biedenkapp und Wetzel alleinstehend vor dem Tor nicht an den Ball kamen. In der 77. Minute war es Okan Housein, der den Deckel auf die Partie machte. Bei seinem strammen Flachschuss ins lange Eck aus halbrechter Position war Albstadts Torhüter machtlos.

Von den überforderten Gästen kam im zweiten Durchgang nicht mehr viel, sie fielen eher durch Nickligkeiten und auch durch ein grobes Foulspiel auf, für das es nur die Gelbe Karte gab. Auch zum Ärger des sportlich fairen Gästetrainers Eberhart: „Keine Diskussion, Wangen war in der zweiten Halbzeit klar besser. Bei uns lag dann vieles im Argen und wir haben uns hier nicht mehr gut präsentiert, dafür hab ich mich schon bei Adrian entschuldigt.“

Adrian Philipp war zwar während des Spiels über die unnötigen Aktionen der Gäste verärgert, wollte dies aber nicht zu hoch hängen: „Meine Reaktion war vielleicht auch nicht vorbildlich, eine Rote Karte fordert man normal nicht.“ Philipp wollte aber lieber die sportliche Leistung seiner Mannschaft herausheben: „In der ersten Spielhälfte war es noch ein schmaler Grat, in welche Richtung das Spiel kippt, bei einem möglichen 0:2-Rückstand kann es auch anders ausgehen. Nach der Halbzeitpause hat bei uns dann alles gepasst und wir waren richtig gut, ich hoffe, das gibt uns Auftrieb für die anstehenden Spiele.“

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