Eklatante Schwächen im Abschluss

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Auch Marc Kuttler kam gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn kaum durch.
Auch Marc Kuttler kam gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn kaum durch. (Foto: Sascha Riethbaum)
Oliver Weishaupt

Die Handballer der MTG Wangen haben am Donnerstagabend in der Württembergliga Süd aufgrund ihrer eklatanten Abschlussschwäche das richtungsweisende Duell gegen die bis dahin punktgleiche und keinesfalls übermächtige SG Hegensberg-Liebersbronn mit 18:21 (8:9) verloren. Während die Gäste vor 400 Zuschauern in der Argensporthalle ihren zweiten Sieg in Folge feierten, wartet die MTG nach dem fünften Spieltag weiter auf ihren ersten Heimsieg und muss sich mit nun 2:8 Punkten in der Tabelle nach unten orientieren.

„Wir haben diese Überzeugung nicht gehabt, uns da rauszukämpfen“, sagte Sebastian Staudacher, der nach seinem zweiten verlorenen Spiel als MTG-Trainer schnurstracks in der Kabine verschwunden war, tags darauf aber Rede und Antwort stand. „Wir haben uns ergeben und damit zufrieden gegeben, dass die Bälle halt nicht ins Tor gegangen sind. Das war nicht das, was wir uns vorstellen.“ Die letzte Überzeugung und der letzte Einsatz hätten gefehlt.

Ohne ihren Kapitän und besten Schützen Aaron Mayer, der studienbedingt fehlte, startete die junge Wangener Mannschaft (mit Jakob Endraß, Felix Mendler, Leopold Plieninger, Tim Geyer, Mika Jaeschke und Debütant Sven Iberl standen gleich sechs Spieler im Aufgebot, die noch keine 20 Jahre alt waren) gut ins Spiel. Auch dank Torhüter Sebastian Nerger lagen die Hausherren nach sechs Minuten mit 3:0 vorne. Den zwischenzeitlichen 5:5-Ausgleich der Gäste konterte Wangen und führte nach 17 Minuten mit 8:5. Dann gelang den Gastgebern bis zur Pause für die Handballewigkeit von 13 Minuten kein Treffer. Stattdessen gab es, wie schon für Marc Kuttler gegen Lauterstein, eine frühe Rote Karte. In der 23. Minute traf Elia Mayer mit seinem Siebenmeter den Gästetorwart im Gesicht und wurde vom Schiedsrichtergespann regelkonform vom Feld geschickt. Gut eineinhalb Minuten später ging Hegensberg-Liebersbronn mit 9:8 erstmals in Führung – zugleich der Pausenstand.

Die Ideen fehlen, die Siebenmeter werden vergeben

Anders als gegen Lauterstein, waren die Wangener zu Beginn der zweiten Halbzeit in der Abwehr hellwach, konnten dank schneller Finger ein ums andere Mal den Ball erobern und durch Tempogegenstöße zunächst wieder in Führung gehen (14:12/40. Minute). Doch aus dem Positionsangriff heraus fehlten der MTG die Ideen, und auch bei freien Würfen und von der Siebenmeterlinie scheiterten die Spieler reihenweise an Pfosten, Latte oder Gästetorhüter Adrian Beurer. Beim 15:15 (48. Minute) und 16:16 (50. Minute) konnte Wangen noch einmal ausgleichen, danach gelang den Hausherren aber erneut fast zehn Minuten kein Tor. Die Gäste aus Esslingen, bei denen Christian Bayer in der 55. Minute nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe ebenfalls Rot sah, zogen durch ihren Einsatzwillen das Spielglück auf ihre Seite, konnten auch die Abpraller verwerten und spielentscheidend auf 21:16 davonziehen (59. Minute).

Da das ursprünglich an diesem Wochenende angesetzte Auswärtsspiel beim stark gestarteten Aufsteiger HSG Albstadt auf den 2. November verlegt wurde, haben die MTG-Spieler nun Zeit, die Niederlage gründlich aufzuarbeiten. „Es muss was passieren, damit wir wieder in die Spur finden“, sagt Staudacher. „Die älteren Spieler müssen mehr Verantwortung übernehmen und die jungen führen. Es ist momentan wirklich schwierig bei uns, weil es keine klare Hierarchie gibt.“

Am Samstag, 12. Oktober, ist im dritten Heimspiel nacheinander der noch verlustpunktfreie Titelkandidat TSV Heiningen zu Gast.

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