Der Shantychor Wangen singt von Liebe und Sehnsucht

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 Unter der Leitung von „Kapitän“ Dieter Schmidhäuser gastierte der Chor in der Stadthalle Wangen.
Unter der Leitung von „Kapitän“ Dieter Schmidhäuser gastierte der Chor in der Stadthalle Wangen. (Foto: Hofer-Runst)
cho und Christine Hofer-Runst

Der Wangener Shanty-Chor hat bei seinem Herbstkonzert die Waterkant (niederdeutsch für Küste) in die Stadthalle Wangen gebracht. Gespickt mit allerlei Seemannsgarn von Conferencier Gerd Locher präsentierten die Musiker einen Querschnitt der bekanntesten Lieder rund um das Thema Seefahrt.

Im Rahmen des Bürgerforums Wangen lud der Chor erneut zu seinem größten Konzert im gesamten Jahresprogramm ein. Shanties sind reine Arbeitslieder, die auf hoher See dazu dienten, die schwere Arbeit in der Gemeinschaft und vor allem im gleichmäßigen Takt auszuführen. Sie beschreiben in ihren Texten die Probleme der Seefahrer; die Sehnsucht nach dem weiten Meer, aber auch die Sehnsucht nach dem Heimathafen und den Liebsten zu Hause. Den ersten Konzertteil widmeten die Chormitglieder, unter der musikalischen Leitung von „Kapitän“ Dieter Schmidhäuser diesem Themenbereich. Es war eine Reise um die Welt, von „Einmal noch nach Bombay“, über den „Rio Grande“ bis nach Friesland. Stilgerecht wurden die Lieder zum Großteil in Plattdeutsch vorgetragen und von Schifferklavieren und Mundharmonikas begleitet.

Den zweiten Konzertteil eröffnete der Gemischte Chor, ebenfalls eine Gruppierung des Bürgerforums. Passend zum Hauptthema des Abends hatten sie plattdeutsches Liedgut im Repertoire. Fesch und adrett gekleidet kamen anschließend die Seefahrer aus der Pause. In Ausgehgarderobe widmeten sie sich ganz der Liebe. Entweder schwer betrübt, weil sie wussten „My Bonnie is over the ocean“, oder stürmisch und draufgängerisch „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Mit tollen Solopassagen einzelner Sänger zog damit die Atmosphäre der Hamburger Vergnügungsmeile im Saal ein.

„Wir müssen nicht jeden Ton und jeden Einsatz treffen, für uns ist es nur wichtig, Freude am gemeinsamen Singen zu haben“, sagte Bürgermeister a. D., Ideengeber und Gründer des Chores, Gerd Locher. Mit seiner unnachahmlichen Moderation, Witzen, Geschichten um Wasser und Rum sowie einer Anekdote über Admiral Nelson im Fass, gestaltete er das Rahmenprogramm humorvoll und abwechslungsreich.

Kulinarisch, passend zur Musik, rundeten die Damen des Roten Kreuzes Wangen den Abend mit Fischbrötchen ab. Ihr Engagement und die Überlassung des Probenraums wurden mit dem Spendenerlös des Publikums honoriert.

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