Das Schließen von Baulücken birgt in Wangen Konfliktstoff

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 Die Arbeiten für das Mehrfamilienhaus an der Bregenzer Straße sind schon fortgeschritten. Links zu sehen ist das zu sanierende
Die Arbeiten für das Mehrfamilienhaus an der Bregenzer Straße sind schon fortgeschritten. Links zu sehen ist das zu sanierende Bestandgebäude, rechts in unmittelbarer Nachbarschaft der „Rosenpark II“ und in der Mitte eines der Häuser des „Rosenpark I“. (Foto: bee)

Was steht im Gesetz und was heißt das in der Praxis?

Paragraf 34 des Baugesetzbuchs (BauGB) regelt die Zulässigkeit von Bauvorhaben „innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ – für die Gebiete, für die kein Bebauungsplan existiert. Das wichtigste Prinzip dieser Vorschrift ist das Einfügungsgebot. Wenn also die grundsätzliche Feststellung getroffen ist, dass Baurecht besteht und die Erschließung (Verkehrsanschluss, Wasser, Abwasser, Energie) gesichert ist, prüft die Baubehörde, ob sich das Bauvorhaben im Sinne des § 34 BauGB in die nähere Umgebung einfügt.

Was bedeuten „nähere Umgebung“ und „einfügen“?

Auf den Begriff „nähere Umgebung“ geht das Gesetz nicht näher ein. Die „Einfügung“ wird zumindest auf vier Parameter eingegrenzt: die Art der Nutzung (Wohnen, Gewerbe etc.), das Maß der Nutzung (Kubatur, Bauhöhen), die Bauweise (offen oder geschlossen) und die überbaute Fläche (Dichte der Bebauung). Je einheitlicher ein vorhandenes Gebiet strukturiert ist, desto einfacher lässt sich ein neues Vorhaben beurteilen – je vielfältiger, desto schwerer fällt die Bestimmung.

Wann besteht Konfliktpotenzial?

Das Nutzen freistehender Flächen innerhalb bereits bestehender Bebauung, die sogenannte Nachverdichtung, birgt Konfliktpotenzial. Während Architekten/Bauherren die Regelung oft großzügig auslegen und versuchen, das Maximum an Nutzung herauszuholen, sehen sich Anlieger oft in ihren Rechten beschnitten und ziehen vor Gericht. Die Juristen müssen dann abwägen, was schwerer wiegt: der Eingriff in die Umgebung oder die Wünsche des Bauwilligen. Juristisch geklärt werden muss gegebenenfalls die Frage, ob das Bauprojekt „bodenrechtlich beachtliche Spannungen“ auslöst, das Vorhaben also die vorhandene Situation in „bauplanungsrechtlich relevanter Weise verschlechtert, stört oder belastet“. (sz)

Warum Anlieger in der „Bregenzer Straße 9“ und an der Epplingser Halde protestieren.

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Was steht im Gesetz und was heißt das in der Praxis?

Paragraf 34 des Baugesetzbuchs (BauGB) regelt die Zulässigkeit von Bauvorhaben „innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ – für die Gebiete, für die kein Bebauungsplan existiert. Das wichtigste Prinzip dieser Vorschrift ist das Einfügungsgebot. Wenn also die grundsätzliche Feststellung getroffen ist, dass Baurecht besteht und die Erschließung (Verkehrsanschluss, Wasser, Abwasser, Energie) gesichert ist, prüft die Baubehörde, ob sich das Bauvorhaben im Sinne des § 34 BauGB in die nähere Umgebung einfügt.

Was bedeuten „nähere Umgebung“ und „einfügen“?

Auf den Begriff „nähere Umgebung“ geht das Gesetz nicht näher ein. Die „Einfügung“ wird zumindest auf vier Parameter eingegrenzt: die Art der Nutzung (Wohnen, Gewerbe etc.), das Maß der Nutzung (Kubatur, Bauhöhen), die Bauweise (offen oder geschlossen) und die überbaute Fläche (Dichte der Bebauung). Je einheitlicher ein vorhandenes Gebiet strukturiert ist, desto einfacher lässt sich ein neues Vorhaben beurteilen – je vielfältiger, desto schwerer fällt die Bestimmung.

Wann besteht Konfliktpotenzial?

Das Nutzen freistehender Flächen innerhalb bereits bestehender Bebauung, die sogenannte Nachverdichtung, birgt Konfliktpotenzial. Während Architekten/Bauherren die Regelung oft großzügig auslegen und versuchen, das Maximum an Nutzung herauszuholen, sehen sich Anlieger oft in ihren Rechten beschnitten und ziehen vor Gericht. Die Juristen müssen dann abwägen, was schwerer wiegt: der Eingriff in die Umgebung oder die Wünsche des Bauwilligen. Juristisch geklärt werden muss gegebenenfalls die Frage, ob das Bauprojekt „bodenrechtlich beachtliche Spannungen“ auslöst, das Vorhaben also die vorhandene Situation in „bauplanungsrechtlich relevanter Weise verschlechtert, stört oder belastet“. (sz)

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