Bogy-Praktikanten sammeln in Wangen Berufserfahrung – trotz Corona

Hendrik Späth

Für die Schüler des Rupert-Neß-Gymnasiums (RNG) stand unlängst wieder die Berufs-Orientierungswoche (Bogy) an. Diesmal war jedoch einiges anders. Da das „Bogy“ 2020, der Pandemie geschuldet, nicht stattfand, absolvierten heuer zwei RNG-Jahrgänge das Praktikum. Wegen Corona konnten zudem manche Betriebe keine Plätze anbieten. SZ-Mitarbeiter Hendrik Späth hörte sich bei verschiedenen Arbeitgebern um, die trotz der aktuellen Situation Praktikanten nahmen. Dabei stieß er auf Schülerinnen und Schülern, die in diesem Jahr besonders froh sind, Berufserfahrung gesammelt zu haben.

Nicht weniger, aber andere Aufgaben wegen Corona

Wie zum Beispiel Janis Schorer. Er machte sein Praktikum im Rathaus von Wangen. „In diesem Jahr eine Praktikumsstelle zu finden, war zwar nicht leicht“, erzählt der 15-Jährige, „aber ich bin hier jetzt zufrieden.“ An seinem Arbeitsplatz galten allgemeine Corona-Regelungen, wie Maskenpflicht bis man am Schreibtisch sitzt, oder die 3G-Regelung (Geimpft, Getestet, Genesen). Die Zahl der Anfragen für ein Praktikum sei aber, berichtete Janis‘ Betreuer Holger Sonntag, ähnlich im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie. Auch, wie viel Verantwortung und wie viele Aufgaben ein Praktikant bekommt, habe sich nicht wesentlich verändert. „Es sind nur andere Aufgaben geworden, die durch Corona neu entstanden sind“, so Sonntag. Eine davon: Ärzte anrufen wegen einer Impfübersicht.

Späte Zusage für Praktikum in der Stadtbücherei

Monika Nägele machte ihr „Bogy“ in der Stadtbücherei. Sie bekam erst im September eine endgültige Zusage, was der Pandemie geschuldet war. „Das ist logisch und total nachvollziehbar. Niemand kann in die Zukunft schauen und wissen wie die Lage und die Corona-Zahlen sein werden.“ Die Not, einen Platz zu finden, habe sich bei ihr trotzdem in Grenzen gehalten. „Ich hätte auch noch Alternativen gehabt für mein Praktikum.“ Trotzdem ist sie glücklich mit ihrer Stelle. Die Schülerin bekommt laut eigener Aussage viele Einblicke und darf einige Aufgaben übernehmen oder dabei helfen. „Es freut mich, wenn einem etwas zugetraut wird und man nicht nur daneben steht.“ Zum Beispiel durfte sie bereits bei Führungen mithelfen oder Regale einräumen.

Auch in den Kindergarten schnuppert ein Schüler rein

Max Roth absolvierte sein Praktikum im Kindergarten der Wittwais-Kirche. Die Erzieherinnen und er mussten sich jeden Morgen auf Covid-19 testen. Auch er ist einer der wenigen, deren Suche unproblematisch verlief. „Ich wollte irgendetwas im sozialen Bereich machen. Dabei dachte ich an diesen Kindergarten, bewarb mich und bekam schnell die Zusage.“ Der RNG-Schüler berichtet zudem, dass seine Arbeit praxisbezogen sei. „Ich mache sehr viel und stehe eigentlich nie nur daneben und schaue zu.“ Der Kindergarten laufe mittlerweile wieder vollständig in Präsenz. Auch mit den Arbeitszeiten sei er zufrieden, so der 15-Jährige.

Praktikum im Unverpacktladen macht Schüler Freude

Von vielen Praxiserfahrungen berichtet auch Jonathan Treffler. Der 15-Jährige, der sein Praktikum beim Unverpacktladen „Tante Lose“ machte, hatte wie Roth kein Probleme bei der Suche seiner Stelle. Er habe einfach angefragt und schnell die Zusage erhalten. Auch bei ihm mussten bestimmte Corona-Vorschriften eingehalten werden, wie die 3G-Regel und die Maskenpflicht. Das Sammeln von Praxiserfahrung machte dem Schüler Spaß: „Mich freut es, dass ich nicht nur erfahre, wie alles funktioniert, sondern, dass ich einige Aufgaben schon selbst erledigen darf.“ Beispielsweise verschiedenste Inhalte nachzufüllen, wenn sie ausgingen. „Das können Deos oder Parfumbehältnisse sein, aber auch diverse Süßwaren“, erzählt der Schüler.

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