Blendende Aussichten für den FC Wangen

Lesedauer: 6 Min
 Kapitän Simon Wetzel (rechts) sorgte für die Wangener Führung gegen Neckarrems.
Kapitän Simon Wetzel (rechts) sorgte für die Wangener Führung gegen Neckarrems. (Foto: Josef Kopf)
Markus Prinz

Ein später Treffer von Okan Housein hat dem FC Wangen den zweiten Sieg im zweiten Saisonheimspiel beschert. Dank des 2:1 (1:0) gegen den VfB Neckarrems steht der FCW in der Fußball-Verbandsliga nach drei Spieltagen blendend da. Mit sieben Punkten belegt die Mannschaft von Trainer Adrian Philipp den sechsten Tabellenplatz. „Am Ende hat die glücklichere Mannschaft gewonnen“, gab Philipp zu. „Kompliment an meine Mannschaft zu sieben Punkten aus drei Spielen“.

Nach wenigen Minuten waren die Hausherren gut in der Partie und gaben durch Mario Vila Boa, der einen halbhohen Ball aus 20 Metern volley traf, den ersten Warnschuss ab. Die Gäste bekamen zunehmend mehr Probleme mit dem Wangener Angriffsspiel, hatten aber dennoch in der 20. Minute im Anschluss eines Eckballs nochmals eine Möglichkeit, aber den schwachen Torschuss klärte Yannick Huber vor der Torlinie. Die Hausherren übernahmen mehr und mehr das Kommando auf dem Feld und waren die spielbestimmende Mannschaft. Neckarrems agierte gegen den Ball ganz schlecht und kam kaum mehr in die Zweikämpfe. Gästetrainer Markus Koch war in dieser Phase überhaupt nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Mitte des ersten Durchgangs hatten wir richtig Probleme mit dem Spiel von Wangen.“

Vila Boa verletzt sich, Heinzelmann gibt Debüt

So war der Führungstreffer für den FC Wangen in der 32. Minute auch verdient. Einen Freistoß von Neckarrems klärte die FC-Abwehr zu Mario Vila Boa, der im Mittelfeld Fahrt aufnahm und einen klasse Pass zu Simon Wetzel spielte, der Kapitän umkurvte seinen Gegenspieler und schob eiskalt links unten zum 1:0 ein. In dieser Situation zog sich Vila Boa eine Muskelverletzung zu und musste schon früh vom Feld. „Die Verletzung von Mario ist natürlich sehr ärgerlich, aber das ist die Folge, dass wir aktuell immer wieder Spieler einsetzen müssen, die eigentlich nicht fit sind“, erklärte Philipp nach der Partie. So kam nach einer guten halben Stunde Neuzugang Joachim Heinzelmann (vom SV Wolfegg) zu seinem Verbandsligadebüt. Wangen blieb weiterhin die tonangebende Mannschaft und hatte durch Wetzel und Okan Housein noch zwei gefährliche Abschlüsse aus rund 20 Metern, die aber beide der Neckarremser Schlussmann Luis Miguel Rodrigues Loucao zu entschärfen wusste. Kurz vor der Pause hatte der FC das Glück auf seiner Seite, als Neckarrems’ Stürmer Carmine Pescione scheinbar am Fuß getroffen wurde, aber die Pfeife des Unparteiischen stumm blieb.

Nach Wiederanpfiff schien der FC Wangen alles im Griff zu haben. Nach knapp einer Stunde verloren die Gastgeber, zum Unverständnis ihres Trainers, völlig die Ordnung in der Defensive: „Wir haben die Bälle viel zu einfach hergeschenkt und Neckarrems zurück ins Spiel gebracht.“ In der 67. Spielminute bedankten sich die Gäste für die Wangener Passivität, Viktor Ribeiro wurde auf der rechten Seite nicht energisch genug beim Flanken gehindert, Micha-Colin Läubin hatte am langen Pfosten alle Zeit der Welt, legte überlegt an den Elfmeterpunkt zurück und aus dem Rückraum vollendete Sebastian Rief sicher zum 1:1. Fortan beherrschten die Gäste das Spielgeschehen und waren dem Siegtreffer näher.

Dennoch gelang dem FC Wangen in der 85. Minute der Lucky Punch. Der eingewechselte Patrick Kramer dribbelte mit dem Ball über die linke Seite in den Strafraum, seinen Pass vors Tor ließ Neckarrems’ Torhüter abklatschen, Housein stand goldrichtig und traf im zweiten Versuch zum 2:1-Siegtreffer. In der Nachspielzeit hatten die Hausherren noch eine Freistoßsituation zu überstehen, der Schuss von Pescione landete aber in der Mauer und der zweite Wangener Heimsieg im zweiten Heimspiel war perfekt. Neckarrems’ Trainer Koch war nach dem Spiel restlos bedient: „Wir haben in der zweiten Spielhälfte ein anderes Gesicht gezeigt und waren auf dem Weg das Spiel zu drehen, aber eine Unachtsamkeit kostet uns am Ende zumindest einen Punkt.“

Ganz anders natürlich die Stimmung bei seinem Gegenüber Adrian Philipp, der sich mit seiner Mannschaft in die obere Tabellenhälfte befördert hat: „Im ersten Durchgang haben wir mit Ball ein sehr gutes Spiel gezeigt und hatten auch nach dem 1:0 noch gute Abschlusssituationen. Der Ausgleich nach der Pause war dann verdient, aber am Ende hatte wir das Glück auf unserer Seite.“

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen