Bürgerstiftung Wangen erhält Stifterpreis

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Schwäbische Zeitung

Die Bürgerstiftung Wangen hat gemeinsam mit den Bürgerstiftungen in Deutschland den Deutschen Stifterpreis erhalten. Er wurde auf dem Deutschen Stiftungstag in Mannheim verliehen.

In Bürgerstiftungen engagieren sich laut Pressemitteilung Menschen mit Zeit, Geld und Ideen für die Gemeinschaft in ihrer Stadt oder ihrer Region. Kennzeichnend für Bürgerstiftungen sei, dass sich ihre Aktiven für vielfältige Gemeinwohlzwecke einsetzen – zum Beispiel in den Bereichen Jugend, Senioren, Kultur und Umwelt. Sie seien ein zentraler Ort für den Dialog mit der lokalen Zivilgesellschaft und ermöglichen Partizipation.

Die Bürgerstiftung Wangen nehme sich dieser Themen seit ihrer Gründung im Jahr 2012 an. Gegründet werden konnte sie durch Stiftungen des Ehepaars Emil Moryc und Elfriede Rickmann sowie durch Josef Heine. Inzwischen sind weitere Stifter hinzugekommen. Im Fokus der Bürgerstiftung Wangen stehen – dem Wunsch der Stifter entsprechend – vor allem Kinder und alte Menschen. Dabei legt sie Wert darauf, eigene Programme und Profile zu entwickeln. In deren Mittelpunkt stehen Bildung und Erziehung sowie der Gedanke, das Leben für alte Menschen ein bisschen schöner oder angenehmer zu machen.

So finanzierte die Bürgerstiftung Wangen unter anderem das Sprachprogramm „Tausendundein Wort“ in Kooperation mit der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu, bei dem Kindern in Kindergärten sprachlich und musikalisch gefördert wurden. Derzeit unterstützt sie Kindergärten mit heilpädagogischer Beratung. In den Seniorenheimen der Stadt finanziert sie musikalische Unterhaltung für die Bewohner.

Zahlreiche weitere Projekte werden von der Bürgerstiftung Wangen getragen, etwa ein Sicherheitstraining für Grundschulkinder. Ebenfalls im Blick der Stiftung ist das Schülerforschungszentrum, über das sie technisch interessierte Jugendliche fördert. Derzeit befasst sich die Bürgerstiftung vor allem mit Planungen zu einem Wohnhaus für alte, sozial schwache Menschen in Stadtnähe. Guter Brauch sei es inzwischen, dass Mitglieder der Bürgerstiftung – verstärkt durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung – beim Fassanstich zur Eröffnung des Kinderfests im Zelt mithelfen, heißt es.

Große Gemeinschaft geehrt

Prominente Gäste wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sowie der Schriftsteller und Kabarettist Eckhard von Hirschhausen würdigten in Mannheim das Engagement der 30 000 ausgezeichneten Bürgerstifter. Mit der höchsten Auszeichnung im Stiftungswesen habe der Bundesverband Deutscher Stiftungen in diesem Jahr erstmalig eine so große Gemeinschaft von Stiftenden geehrt, heißt es.

„Mit der Vergabe des Deutschen Stifterpreises an die Bürgerstifterinnen und Bürgerstifter in Deutschland möchte der Bundesverband Deutscher Stiftungen die damit verbundenen vielfältigen Formen des Stiftens ehren. Die Engagierten bringen nicht immer nur Geld, sondern auch Zeit und Ideen ein. Passend zum Thema ,Unsere Demokratie’ ist das Engagement vor Ort ein gelungenes Beispiel dafür, wie stifterisches Engagement und demokratische Mitbestimmung ineinander greifen“, so Professor Joachim Rogall, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert-Bosch-Stiftung und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

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