Ausrangierte Ranzen erhalten „zweite Chance“ in Togo

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 Johannes Sontheim (links) sowie Jörg und Elke Nothhaft entladen die Schulranzen.
Johannes Sontheim (links) sowie Jörg und Elke Nothhaft entladen die Schulranzen. (Foto: Verein)
Schwäbische Zeitung

Zum Beginn des neuen Schuljahres hat sich ein Transport mit gebrauchten Schulranzen von Wangen in Richtung Togo aufgemacht. Von den Helfern der Wangener Togohilfe wurden diese ins bayerische Fürstenfeldbruck verfrachtet, um von dort per Lkw und Schiff nach Togo zu gelangen, teilt der Verein mit.

Die Anfang Juli gestartete Aktion „Schulranzen für Togo“ des Wangener Togohilfe-Vereins zusammen mit dem Schreibwarengeschäft Nothhaft sei auf große Resonanz gestoßen. Ob es an der grundsätzlichen Hilfsbereitschaft der Bürger lag oder an dem Einkaufsgutschein für jeden gebrauchten Schulranzen: Es seien bei Nothhaft im Waltersbühl jedenfalls mehr als 200 bestens erhaltene Schulranzen abgegeben worden.

„Das hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, freute sich Vorstand Johannes Sontheim am Erfolg der Aktion, „und kein Tag verging, dass nicht noch irgendwelche Nachzügler auch noch während der Sommerferien eintrudelten“. Insofern konnten die gesammelten Schulranzen und Rucksäcke laut Verein erst jetzt zu Beginn des neuen Schuljahres auf ihren Bestimmungsweg nach Togo gebracht werden.

Über Margret Kopp, der Kooperationspartnerin des Togohilfe-Vereins, nehmen die Schulmappen schließlich im Container ihren Weg an den Atlantischen Ozean in die Hauptstadt Lomé und von dort weiter an die Partnerschulen des Vereins. Dort würden sie dann den schulpflichtigen Kindern ihren täglichen Weg zur Schule enorm erleichtern, heißt es. In den beiden im Norden des Landes gelegenen Projektorten Niamtougou und Tolong hätten die Sechs- bis Zehnjährigen nämlich oft kilometerlange Strecken in unwegsamem Gelände zurückzulegen. Statt alle Schulutensilien in den Händen mitzuschleppen, sei ein Ranzen auf dem Rücken ein wahrer Quantensprung.

Kopp plant, leitet und überwacht sei mehr als drei Jahrzehnten ihre eigene Entwicklungshilfe, und seit vielen Jahren betreut sie auch die Wangener Projekte mit ihren Mitarbeitern in Togo vor Ort, was angesichts der weiten Entfernung nach Togo für die Allgäuer eine ungeheure Erleichterung darstelle. Der Koordinatorin der Togohilfe im bayerischen Fürstenfeldbruck bleibe nun mit ihren togolesischen Mitarbeitern die angenehme Aufgabe der gerechten Verteilung und Anbringung des Wangener Spendenguts an den dortigen beruflichen und allgemein bildenden Schulen.

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