APeVau hat sich guten Namen gemacht

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 Projektleiter Meinrad Heil feierte mit den Mitgliedern, Angestellten, Gönnern und Freunden, nach der offiziellen Hauptversammlu
Projektleiter Meinrad Heil feierte mit den Mitgliedern, Angestellten, Gönnern und Freunden, nach der offiziellen Hauptversammlung des gemeinnützigen Vereins APeVau, ein ausgelassenes Sommerfest. (Foto: Claudia Bischofberger)
Schwäbische Zeitung
Claudia Bischofberger

Auch in diesem Jahr hat am Fabrikschlot der ehemaligen Spinnerei wieder die Hauptversammlung des Vereins Arbeitsprojekte – besser bekannt als APeVau – stattgefunden, der zum anschließenden Grillfest einlud.

Projektleiter Meinrad Heil konnte berichten, dass die im vergangenen Jahr ausgeschriebenen Lehrstellen beide belegt sind. Eine davon bildet einen Kaufmann im Einzelhandel aus und die andere in Lager und Logistik. Von den drei Stellen, die Kapazitäten für das Bundesfreiwilligenjahr offen hält, sei eine besetzt. Eine zweite Belegung sei daran gescheitert, da der Bewerber aus China von der deutschen Botschaft die Ausreise verweigert bekommen habe, so Heil. Die Aufgaben für die Anwärter dieses Freiwilligen Sozialen Jahres bestünden hauptsächlich im sozialpädagogischen Bereich und bereite die Jugendlichen auf das Berufsziel für diesen Sektor vor.

Derzeit arbeiten für den gemeinnützigen Verein zwei Dutzend Angestellte, davon ein Drittel ehrenamtlich. Die restlichen zwei Drittel verteilten sich auf Auszubildende, Praktikanten und Festangestellten, darunter seien auch sechs Geflüchtete. Da bei deren Asylantrag noch die Genehmigung aussteht, dürfen diese keine Einnahmen vorweisen. „ Die Asylbewerber werden in Naturalien bezahlt“, erzählt Heil. Täglich bekäme der Verein vom einem Discounter die Lebensmittel vom Vortag geschenkt. Diese seien für die Arbeiter, die zumeist aus Gambia kommen, angedacht.

Noch immer konnte für den bald in Rente gehenden Geschäftsführer und Projektleiter Meinrad Heil kein Nachfolger gefunden werden. Dabei hätten sich schon mehrere größere, gemeinnützige Organisationen ihr Interesse bekundet. „Aber ich habe meine Vorstellungen und möchte vor allem, dass keine grundsätzlichen Veränderungen für das Projekt vorgenommen werden,“ erklärt Heil. Vor allem läge ihm am Herzen, dass alle Arbeitsplätze übernommen werden. Doch bis zu Heils Verabschiedung müssen noch mindestens zwei Jahre ins Land gehen, denn noch sei er als Mentor in die Lehrverträge eingetragen sowie als pädagogischer Begleiter.

Alle Projekte, die der Non-Profit-Verein derzeit führt, werden gut angenommen. Angefangen beim noch nicht lang eröffneten Möbelverkaufslager in der Klosterbergstraße 29 bis hin zum Gebrauchtwarenkaufhaus in Sigmanns. Immer mehr Nachfragen kämen auch für die Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen. „ Wir haben uns da einen guten Namen gemacht. Denn die Menschen sind froh, wenn die Gebrauchsgüter wieder verwertet werden und nicht im Container landen. Wir versuchen alles, was möglich ist, in den Gebrauchtkreis zurück zu führen“, sagte Heil. Man müsse das Bewusstsein der Bürger verändern und Abstand nehmen von der Wegwerfgesellschaft.

Derzeit befinde sich der Verein im Plusbereich mit einem knappen Gewinn. Dieser wird wiederum in Arbeitskräfte investiert, sagte Heil. Herbe Verluste gäbe es dennoch immer wieder schon seit Bestehen des Vereins vor 24 Jahren. Denn manchmal muss ein neues Auto angeschafft werden, oder es käme vor, dass Kunden nicht bezahlen. „Aber es gibt uns noch“, sagte Heil stolz. Für das Möbelgeschäft wäre eine Verwaltungskraft sehr willkommen, so Heil. Denn Kunden, die einen Schrank über das Internet anbieten, können nicht immer zeitnah bedient werden.

Die eigentliche Hauptversammlung des Vereins fand im kleinen Vereinsheim des italienischen Boccia-Clubs von Guiseppe Cassano statt. Dieser ist auch der stellvertretende Vorsitzende. Gabi Lederer führt ihr Amt auch weiterhin als erste Vorsitzende fort. Nach dem „bürokratischen“ Teil des Nachmittags ging es dann nahtlos in das gemütliche Beisammensein draußen auf dem Gelände über. In ungezwungener Atmosphäre wurde gegessen, gesungen und gelacht.

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