Achtung bei der Hitze: Auch Medikamente brauchen Schutz vor der prallen Sonne

 Vorsicht bei direkter Sonne und zu großer Hitze: Manche Medikamente verändern sich und wirken dann nicht mehr oder es entstehen
Vorsicht bei direkter Sonne und zu großer Hitze: Manche Medikamente verändern sich und wirken dann nicht mehr oder es entstehen nicht bekannte Nebenwirkungen. (Foto: dpa/Patrick Seeger)
Redakteurin

Es ist Sommer, die erste große Hitzewelle rollt über den Südwesten und das Gesundheitsministerium warnt die Menschen vor Risiken durch die hochsommerlichen Temperaturen. Und auch den Hitzeschutz von Medikamente gilt es, im Blick behalten.

„Grundsätzlich gibt es das Problem, dass der Wirkstoff sich zersetzen kann und sich verändert, sodass es nicht mehr wirkt oder Nebenwirkungen entstehen, die man vorher nicht hatte“, erklärt Jenny Hsieh-Ehrhardt, Apothekerin der Wangener Rochus-Apotheke. Ob Medikamente die für die kommenden Tage angekündigten Temperaturen über 30 Grad aushalten, hängt dabei von ihrer Form ab.

Tabletten sind temperaturstabiler als Zäpfchen

„Man sagt, je fester die Darreichungsform ist, desto mehr halten sie aus. Je flüssiger, desto flüchtiger.“ Soll heißen: Tabletten können mit Temperaturschwankungen eher umgehen. Bei wasserhaltigen Darreichungsformen wie Salben und Zäpfchen kann sich der Wirkstoff verändern.

Die meisten Medikamente vertragen sommerliche Temperaturen aber. Als Richtwert gilt laut Hsieh-Ehrhardt eine Lagerhöchsttemperatur von 25 Grad, wobei es für die meisten kein Problem darstelle, wenn es mal etwas heißer werde. Wer also in den kühleren Morgenstunden nochmal gut durchlüftet und dann die Sommerhitze mit dem Rollladen draußen halten kann, muss sich in den hiesigen Breitengraden in der Regel keine Gedanken machen. Wobei es natürlich Grenzen gibt.

Zu viel UV-Strahlung ist auch für Medikamente schädlich

„Im geschlossenen Fahrzeug gibt es eben auch bei uns mal Temperaturen um die 50 Grad“, ruft Hsieh-Ehrhardt beispielsweise in Erinnerung. Egal ob fest oder flüssig, in der prallen Sonne, im Handschuhfach oder direkt hinter der Scheibe sollte man keine Medikamente lagern. Auch UV-Strahlen dürfe man nicht unterschätzen: Wer Medikamente beispielsweise auf dem Handtuch am Strand liegen lasse, könne mit ihnen auch deshalb ähnliche Probleme wie durch Hitze bekommen.

Für den Transport von temperaturempfindlichen Medikamenten rät die Apothekerin an Hitzetagen zur Kühltasche. Und dann gibt es noch Medikamente als Sprays in druckbefüllten Dosen. „Die würde ich, wenn ich sie mitnehme, bei diesen Temperaturen nicht außen im Rucksack lagern, sondern besser irgendwo unten drin verstecken.“

Im Kühlschrank nicht zu weit nach hinten stellen

Natürlich gibt es Medikamente, die immer in den Kühlschrank gehören. Das sind laut Hsieh-Ehrhardt allerdings weniger, als man allgemein gewillt sei zu glauben. Und auch eine zu kalte Lagerung kann unter Umständen ein Problem werden. Ein Fehler, der ihr immer mal wieder begegne, sei, dass Medikamente ganz hinten an die Kühlschrankwand gestellt werden. Viele flüssige Arzneimittel kristallisierten dann aus.

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