Abschied von Ausstellungsinitiator Karl Kimmerle in Primisweiler

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 Für Ausstellungsinitiator Karl Kimmerle (links) war es die letzte Ausstellung in seiner Verantwortung. Er präsentierte dieses M
Für Ausstellungsinitiator Karl Kimmerle (links) war es die letzte Ausstellung in seiner Verantwortung. Er präsentierte dieses Mal (von links) Dorothee Fritz aus Amtzell und die Primisweilerner Julia Stauber, Hermann Stauber und Kay Friedrich. (Foto: susi weber)
Redaktionssekretariat

Von Fotografie und Malerei über Holzschnitzerei bis hin zur Porzellanbemalung reichte der künstlerische Bogen der 29. Kunstausstellung Primisweiler, die am Freitagabend im katholischen Gemeindehaus mit einer Vernissage eröffnet wurde. Karl Kimmerle, der laut zweitem Kirchengemeinderatsvorsitzendem Franz Martin die Ausstellung seit knapp 20 Jahren organisierte und leitete, gibt sein Amt ab.

„Gewissenhaft arbeitet er in der Vorbereitung und vorbildlich sind seine Ausarbeitungen und Vorträge zur Vernissage“, sagte Martin im Rahmen der Verabschiedung Kimmerles und dankte ihm für dessen Engagement. Noch einmal oblag es Kimmerle, die diesjährigen Künstler vorzustellen. Und es war eine Vorstellung nach seinem Gusto: „Dieses Jahr kommen die Künstlerinnen und Künstler ganz aus der Nähe zu oder aus Primisweiler. So, wie wir uns das immer gewünscht haben.“

Einzige „Nicht-Primisweilerin“ der zweitägigen Ausstellung war Dorothee Fritz aus Amtzell. Die gelernte Konditorin zog es im Alter von 20 Jahren zunächst an den Bodensee und später nach Amtzell. Dort entdeckte sie und „verliebte sich“ nach den Worten Kimmerles in die Porzellanmalerei. Auf gekauften Rohlingen skizziert sie das gewünschte Motiv, das nicht selten aus der Tierwelt stammt. Die Farben dafür werden von der Künstlerin höchstpersönlich angerieben, aufgetragen und das Material gebrannt. Neu hinzugekommen ins Sortiment sind doppelwandige Thermobecher, also wiederverwendbare „Coffee to go“- Becher.

Der Malerei und Fotografie fühlt sich Julia Stauber verbunden. Die Mediendesign-Studentin, die schon im Kindesalter gerne zeichnete, habe in der Findungsphase verschiedene Farben, Papiere und Malutensilien ausprobiert, sagte Kimmerle: „Inzwischen malt sie am liebsten mit Aquarell- und Acrylfarben. Im Studium lernt sie vor allem das Zeichnen von Körpern und Gesichter mit Bleistift.“ Julia Stauber schuf in diesem Jahr auch das Ausstellungsplakat und die -flyer. Das Fotografieren hat sie übrigens erst später entdeckt. Es sind die kleinen Dinge, die sie begeistern. Wie die Eiströpfchen eines Blatts, die frostüberzogene Pflanze oder die Lichtstimmung des Himmels.

200 Besucher wollen die Kunstwerke sehen

Ein anderes Material nutzt ihr Vater Hermann Stauber. Bei Spaziergängen durch Wald und Flur findet er immer wieder interessante Holzstämme oder –äste, die er später für seine Schnitzarbeiten verwendet. Ornamente, Krippenfiguren, in jüngerer Zeit auch Schalen und Löffel aus Naturholz, entstehen aus seinen „Fundstücken“. Die Kreativität, erläuterte Kimmerle, beginne aber schon früher, bei der Auswahl der Hölzer und mit dem Blick für geeignete Hölzer: „So hat Herr Stauber oft schon beim Auffinden eines Rohlings eine Vorstellung, was daraus geschnitzt oder geformt werden kann.“

Mit „Verändertes, Vergängliches, Verschwindendes und Verschwundenes“ überschrieb Kay Friedrich die Auswahl der Fotografien, die er für die Ausstellung zusammengestellt hat. Sie zeigen unter anderem Wegekreuze, Schöpfe, Schuppen und Nebengebäude, die untergehende Sonne, aufziehende Wolken, die aus einer Ritze sich emporreckende Blume, aber auch Gebäude, die es in Primisweiler inzwischen nicht mehr gibt. Fragen wie: „Wo steht denn das?“ oder „Ist das dort und dort?“ hatte Friedrich am Freitagabend viele zu beantworten. Die Freude der Betrachter über neu oder wieder Entdecktes war dabei spürbar.

Rund 200 Besucher statteten der Ausstellung einen Besuch ab. Geben wird es sie übrigens, so Franz Martin, auch 2020 wieder. Wer dann hauptverantwortlich und in der Nachfolge von Karl Kimmerle die Organisation übernimmt, ist derzeit noch ungewiss.

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