60 Frauen in Wangen richten beim Weltgebetstag ihren Blick nach Slowenien

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Dieses Team hatte den ökumenischen Gottesdienst mit Begegnungsfest in Wangen vorbereitet.
Dieses Team hatte den ökumenischen Gottesdienst mit Begegnungsfest in Wangen vorbereitet. (Foto: Vera Stiller)
Vera Stiller
Redakteurin

Jeweils am ersten Freitag im März wird der Gebetstag gefeiert. Er ist damit die größte ökumenische Basisbewegung von Frauen weltweit. Auch in Wangen fanden sich Frauen aus den katholischen, evangelischen und evangelisch-methodistischen Kirchengemeinden zusammen, um im Gemeindezentrum St. Ulrich zu singen, zu beten und ins Gespräch zu kommen.

Dieses Jahr hatten Christinnen aus Slowenien den Gottesdienst vorbereitet und allen zugerufen: „Kommt, alles ist bereit!“ Damit wurde die Einladung ausgesprochen, sich auf den Weg zu machen, eine Kirche zu werden, in der mehr Platz ist und alle mit am Tisch sitzen: Arme, Lahme und Blinde. In Europa ist das nach Aussage des vorbereitenden Deutschen Komitees „eine durchaus politische Stellungnahme“.

Eine wunderschöne, mit den Farben und typischen Gerichten Sloweniens gedeckte Tafel zierte die Saalmitte im Gemeindezentrum. „Wir sind gemeint, wir in Wangen. Die Frauen aus Slowenien schenken uns ihre Gedanken“ Mit diesen Worten eröffnete Gemeindereferentin Elisabeth Dieing den Abend. Um dann anzufügen: „Wir sind zum Tisch der Liebe eingeladen – alle Vollkommenen und Unvollkommenen. Wagt Schritte ins Leben, lasst Wunden heilen.“

Um welche Verletzungen es ging, das machten fünf Frauen des Vorbereitungsteams deutlich. Sie schlüpften in die Rolle fünf unterschiedlicher slowenischer Frauen und erzählten deren Geschichte. Es war zu hören, dass viele Sloweninnen das Schicksal von Flüchtlingen und Gastarbeitern teilten. Am Ende des zweiten Weltkrieges mussten sie das Land verlassen, weil sie gegen den Kommunismus waren. Oder sie mussten im Ausland Arbeit suchen, damit ihre Familien überleben konnten.

Über Slowenien selber war zu erfahren, dass es bis 1991 nie ein unabhängiger Staat war, dass es eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union mit gerade mal zwei Millionen Einwohner ist, von denen knapp 60 Prozent katholisch und 25 Prozent Atheisten sind. Die Sprache sei Slowenisch, allerdings würde in den Siedlungsgebieten der Minderheiten auch Italienisch und Ungarisch gesprochen.

385 Euro wurden gespendet

In Texten, Gebeten und Liedern wurde an die Frauenrechte in Slowenien wie überall auf der Erde erinnert. Und damit das „Bewahren, Verteidigen und Weiterkämpfen“ auch eine finanzielle Unterstützung erfährt, wurde Geld gesammelt. 385 Euro kamen am Freitag zusammen. In Slowenien beispielsweise fördert der Verein „Gebetstag der Frauen“ die Organisation „Schlüssel“ – eine Anlaufstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind. Die Mitarbeiterinnen suchen gemeinsam mit den Frauen Wege aus Abhängigkeit und Zwangsprostitution.

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