246 Kilometer bis zu einem ganz schweren Auswärtsspiel

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 Jan Gleinser (Mitte) fährt mit dem FC Wangen nach Hollenbach.
Jan Gleinser (Mitte) fährt mit dem FC Wangen nach Hollenbach. (Foto: Josef Kopf)
Markus Prinz

Fußball Verbandsligist FC Wangen gastiert am Samtag beim Tabellenvierten FSV Hollenbach. Nach der unnötigen Niederlage in der Vorwoche gegen Leinfelden-Echterdingen rutschten die Wangener bis auf den vorletzten Platz ab und stehen nach 13 Spielen schon gehörig unter Druck.

Die Niederlage vom vergangenen Wochenende hing Wangens Trainer Adrian Philipp auch unter der Woche noch in den Knochen. Er haderte mit dem Spielverlauf und trauerte drei verschenkten Punkten hinterher, die der FC Wangen im Abstiegskampf gut hätte gebrauchen können. „Die Niederlage gegen Calcio war völlig unnötig, wir waren aus meiner Sicht die klar bessere Mannschaft. Wir hatten in der ein oder anderen Abschlusssituation ein wenig Pech, aber es hat uns auch die nötige Leichtigkeit vor dem gegnerischen Tor gefehlt“, sagte Philipp.

In Hollenbach sollten die Wangener nicht so fahrig mit ihren Tormöglichkeiten umgehen, denn allzu viele klare Abschlusschancen dürfen sie gegen die heimstarken Gastgeber, die in der laufenden Spielzeit zu Hause noch kein Spiel verloren haben, nicht erwarten. „Hollenbach macht eigentlich keine leichten Fehler, die schenken uns sicher nichts“, sagt Philipp.

Auch wenn das jüngste Saisonspiel verloren ging, hat der FC Wangen zuletzt wieder ein anderes Gesicht gezeigt, das keineswegs mehr an die blutleeren Auftritte gegen die beiden Aufsteiger Heimerdingen und Fellbach erinnerte und allen FC-Anhänger etwas mehr Hoffnung machte. Die Zweikämpfe wurden von den Rot-Weißen zuletzt wieder angenommen und auch die Körpersprache aller Akteure stimmte auf dem Feld wieder.

Aus Philipps Sicht werden diese Tugenden auch in Hollenbach gefragt sein, will man etwas Zählbares mit nach Hause nehmen: „Wir müssen die Härte annehmen und in den Zweikämpfen dagegenhalten. Das wird entscheidend sein, um dort überhaupt bestehen zu können.“

Zuletzt hat das gegen Hollenbach ja auch immer gut geklappt, denn in den letzten zwei Spielzeiten verlor Wangen gegen den ehemaligen Oberligisten kein Spiel (drei Siege, ein Remis). Wangens Trainer warnt seine Mannschaft trotzdem vor der physischen Präsenz der FSV-Spieler, „Hollenbach hat eine körperlich unfassbar gute Mannschaft und ist dadurch gerade bei Standards brandgefährlich.“ Aber gerade bei gegnerischen Standardsituationen wirkten die Wangener gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen nicht immer sattelfest, so fiel auch der entscheidende Gegentreffer nach einem Eckstoß der Gäste.

Trainieren ließ Philipp das Defensivverhalten bei gegnerischen Standards nicht explizit, darin sieht er auch nicht das Hauptproblem in seiner Verteidigung. „Bei gut geschlagenen Bällen kann es immer gefährlich werden, vielmehr müssen wir versuchen unnötige Fouls zu vermeiden.“ Zumal die Niederlage am vergangenen Wochenende auch nicht unbedingt an der Defensive festzumachen war, sondern eher an der mangelhaften Chancenauswertung.

Vila Boa wieder dabei

In der Offensive kann Philipp am Wochenende wieder auf Mario Vila Boa zurückgreifen, der gegen Calcio noch beruflich verhindert war, aber einen Tag später bei Wangens zweiter Mannschaft zum Einsatz kam und bei der 6:7-Niederlage in Scheidegg stattliche fünf Tore beisteuerte. Auch wenn sich Philipp über die Treffsicherheit seines quirligen Stürmers freut, dämpft er die Erwartungen ein wenig. „Klar ist es immer gut für einen Stürmer, wenn er Tore schießt, aber Mario hat zuletzt nur wenig trainiert und hat noch bisschen Rückstand, dennoch ist er natürlich eine gute Option für unsere Offensive.“

Den Trainingsrückstand betrifft beim FC Wangen derzeit nicht nur Vila Boa, einige Spieler sind beruflich immer wieder verhindert, sodass Philipp meist nur mit dem halben Kader trainieren kann. „Natürlich fehlen unsere Spieler nicht grundlos, dennoch ist die Trainingsbeteiligung grausig, wir trainieren in den letzten Wochen nur mit zehn oder elf Mann.“

Keine guten Vorzeichen also, um bei einem Spitzenteam wie dem FSV Hollenbach erfolgreich zu sein, dennoch gibt sich Philipp vor der längsten Auswärtsfahrt des Jahres (246 Kilometer) kämpferisch. „Wir haben wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir wollen den Erfolg am Samstag unbedingt erzwingen und den Bock endlich wieder umstoßen.“

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