100 Interessierte beim letzten Bürgerspaziergang in Wangen

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Der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Karl-Eugen Ebertshäuser, hat den Bürgerspaziergang angeführt.
Der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Karl-Eugen Ebertshäuser, hat den Bürgerspaziergang angeführt. (Foto: Stadt/Susanne Müller)
Schwäbische Zeitung

Zuversichtlich hat sich der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Karl-Eugen Ebertshäuser, gezeigt, dass die Planungen eine gute Basis für die Schau im Jahr 2024 sind. Dies teilt die Stadt mit. „Ich denke, dass wir die Umsetzung hinbekommen“, sagte er am Ende des Bürgerspaziergangs am Freitag, dessen Führung er übernommen hatte. Rund 100 Interessierte waren dabei.

Ebertshäuser organisierte und betreute laut Mitteilung noch die Gartenschau im Remstal in diesem Sommer und ist seit deren Ende in Vollzeit in Wangen mit der Planung des Großereignisses 2024 beschäftigt. Er zeigte bei der Führung die verschiedenen Handlungsfelder auf, die mit der Planung verfolgt werden. Einmal gehe es darum, die Argen ökologisch aufzuwerten und erlebbar zu machen. „Das Land fördert das Projekt mit sechs Millionen Euro. Die Naturschutzverbände stehen hinter den Planungen“, sagte er. Befürchtungen in Sachen Hochwasserschutz konnte er aus dem Weg räumen: „Der Hochwasserschutz bleibt“, sagte er. Die Blickrichtung des Parks bei der Hochwasserente soll allerdings zur Argen hin verändert und die Bepflanzung zur Bebauung hin verdichtet werden.

Umsetzungspläne für den Wohnmobilstellplatz

Im Gebiet des künftigen Parks zwischen Isnyer Brücke und Bahndamm sollen die Wege neu geordnet werden. So wird eine Fuß- und Radwegverbindung beim Pflegeheim der Hospitalstiftung über die Argen gebaut werden, so dass eine kurze Verbindung zu den Schulen und zur Stadt möglich wird. Er erläuterte die Umsetzungspläne für den Wohnmobilstellplatz hin zum Parkplatz am Gehrenberg.

Frei werdende Flächen sollen dann für Sport und Spiel nutzbar gemacht werden, wobei der bisherige Spielplatz erhalten bleibt. Auch auf der Argeninsel wird es Veränderungen geben. So kann die MTG ihre Räume ausbauen, indem sie an die Argensporthalle anbaut. Außerdem soll die Argen auch von dieser Seite aus zugänglich gemacht werden. Das WC-Häuschen am derzeitigen Fuß- und Radweg werde durch eine Toilette am neuen Wohnmobilstellplatz beim Bahndamm ersetzt, sagte Ebertshäuser.

Eschen im Areal bereiten Sorgen

Sorgen bereiten den Fachleuten laut Mitteilung die vielen Eschen im Areal der Landesgartenschau. Der Pilz, der in ganz Deutschland diese Baumart bedroht, setzt auch manchen Bäumen in Wangen zu. Deshalb werden wohl einige dieser Pflanzen fallen müssen. „Wir werden auf jeden Fall neue Bäume anpflanzen“, sagte Ebertshäuser.

Geplant ist ein Radweg von der Altstadt am Argenwuhr entlang über einen Steg auf die Argeninsel. Er soll dann in einer sogenannten Fahrradstraße auf dem Kanalweg weitergeführt werden. Keine Frage, Anlieger sollen dort auch weiter mit dem Auto fahren können. Außerdem soll auch die Zahl der Parkplätze erhalten werden. Das Alte Feuerwehrhaus, das derzeit in der Sanierung ist, soll bis April kommenden Jahres fertiggestellt sein und dann von der Landesgartenschau GmbH bezogen werden. Bis 2024 soll auch ein Ersatzbau für die Alte Sporthalle nutzbar sein. Ein Wettbewerb im Frühjahr soll die Ideen liefern, wie das Areal dann konkret ausgestaltet wird.

Solche Wettbewerbe machten im Sommer auch den Weg frei für die weiteren Planungen im Auwiesengelände. Dort wird eine Siedlung in Holzbauweise mit einem Kindergarten entstehen. Möglich wird dies unter anderem, weil der Reit- und Fahrverein mit dem Hundesportverein in den Süden der Erba verlagert wird. „Die Wettbewerbe haben gute Lösungen gebracht“, stellte Ebertshäuser fest.

Als gelungen bezeichnete er die Sanierung des ersten Arbeiterhauses in der Erba. Alle drei Gebäude werden von Immobilien Ritter in Stand gesetzt. „Für die Neubauten von Wohnen Plus wird demnächst der Kran gesetzt“, kündigte er an. Für das Radfahrer-Hotel im ehemaligen Altersheim liege inzwischen der Bauantrag vor. Zügig voran geht es auch in den großen Gebäuden der Erba. Eindrucksvoll sind die Fortschritte an der Neuen Spinnerei, die von Familie Forster saniert wird. Das Pförtnergebäude gegenüber soll im Frühjahr 2021 fertiggestellt sein, die Festwiese hinter der Karderie bereits im kommenden Jahr.

Beides gehören wie der Platz im Spinnereigarten samt Comptoirgebäude und Kamin zum Förderpaket des Bundes mit dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ des Bundes, von wo die Stadt insgesamt 3,5 Millionen Euro bekommt.

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