Zwei neue Blitzer in Wangen – und das Geld für einen dritten

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Die Stadt Wangen schafft zwei neue Laser-Blitzer an.
Die Stadt Wangen schafft zwei neue Laser-Blitzer an. (Foto: Daniel Reinhardt)

Zwei weitere, stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen sollen im Wangener Stadtgebiet für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Standorte für die neuen Laser-Blitzer sind die Isnyer Straße und die Ortsdurchfahrt Oflings. Nächstes Jahr könnte auch in der Erzberger Straße geblitzt werden.

Schon in diesem Jahr könnte es im Stadtgebiet sechs statt wie bisher vier stationäre Messanlagen geben. So wird die Geschwindigkeit künftig – neben der Ravensburger, Lindauer und Tettnanger (Primisweiler) Straße sowie in der Ortsdurchfahrt Haslach – auch in der Isnyer Straße (Höhe Querungshilfe in Sigmanns) und in der Ortsdurchfahrt Oflings (bei der Bushaltestelle) überwacht. „Es hat sich gezeigt, dass die bisherigen Anlagen den Zweck der Verkehrsberuhigung erfüllen“, sagte Kurt Kiedaisch.

Der Ordnungsamtsleiter erläuterte dies in der jüngsten Ratssitzung anhand von Zahlen. So hätten sich zwischen 2013 und 2017 nicht nur die Geschwindigkeitsverstöße stark verringert, auch die Einnahmen durch Bußgelder seien in diesen fünf Jahren von 628 000 auf 307 000 Euro zurückgegangen. Für Kiedaisch ein Beleg dafür, dass solche Anlagen in puncto Verkehrsdisziplin „Sinn machen“.

Diskussion um Mehrkosten

Weil sich Bürger in der Vergangenheit weitere Blitzer gewünscht hätten, seien zusätzliche Standorte hinsichtlich der gefahrenen Geschwindigkeiten, der baulichen Gegebenheiten oder der technischen Umsetzung geprüft worden. Unter dem Strich sei hier die Erzberger Straße (B 32) auf Platz eins gelandet. Dort erfordere jedoch die Fahrbahnbreite und die Nutzung der Verkehrsinsel für Schwertransporte insgesamt zwei Anlagen, um in beiden Richtungen die Geschwindigkeit messen zu können.

„Das ist für einen Standort der doppelte Aufwand“, sagte Kiedaisch und antwortete damit auch einem Zuhörer, der in der Bürgerfragestunde zuvor kritisiert hatte, dass die Erzberger Straße nicht berücksichtigt werde. Stattdessen will die Verwaltung die beiden dahinter platzierten Standorte an der Isnyer Straße und in Oflings umsetzen. Die Kosten von insgesamt 180 000 Euro überschreiten jedoch den Haushaltsansatz um 80 000 Euro. Diese Differenz soll aus den geplanten Mitteln für den geschobenen Umbau der Karlstraße finanziert werden.

Hierüber gab es jedoch eine lebhafte Diskussion: Paul Müller (CDU) wollte nicht mehr als 100 000 Euro ausgeben und deshalb zunächst nur einen Standort realisiert haben. Gerhard Lang (SPD) stimmte dem Verwaltungsvorschlag für die beiden Standorte Isnyer Straße und Oflings zu, beantragte jedoch, die Mittel für eine Geschwindigkeitsmessung an der Erzberger Straße in den Haushalt 2019 einzuplanen. In die gleiche Richtung hatte zuvor Albert Maier (Freie Wähler) argumentiert. Ein grundsätzliches Bekenntnis zur städtischen Strategie der Geschwindigkeitsüberwachung und so auch zu den Mehrkosten gab es von Siegfried Spangenberg (GOL): „Es geht hier nicht ums Geld, sondern um die Sicherheit und Gesundheit der Menschen.“

Nur Natterer dagegen

Weil im entsprechenden Haushaltsteilbudget wegen des Aufschubs der Karlstraße noch Geld da sei, wollte Paul Müller schließlich sogar prüfen lassen, ob man eine dritte Anlage an der Erzberger Straße nicht schon 2018 realisieren könne. Hier gab OB Michael Lang jedoch zu bedenken, dass „dieser Standort noch nicht zu Ende diskutiert worden sei“. Am Ende einigte sich das Gremium mehrheitlich darauf, zwei neue stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen (Isnyer Straße, Oflings) einzurichten und die Mittel für eine dritte an der Erzberger Straße im nächsten Haushalt einzuplanen. Die einzige Gegenstimme kam dabei von Christian Natterer (CDU), für den es bei den Blitzern nicht um Verkehrsberuhigung, sondern in erster Linie um die Stadtfinanzen geht.

Neben den aktuell vier und künftig sechs stationären Messanlagen nutzt die Stadt schon länger ein mobiles Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung. Ob für die dann steigende Bearbeitungszeit auch genügend Personal da sei, wollte Albert Maier wissen. „Wir kriegen das hin“, zeigte sich Kurt Kiedaisch hier zuversichtlich, verwies aber auf die aufwändigen Widerspruchsverfahren.

Bei weitem weniger zeitaufwändig sind die sogenannten „Smiley“-Tafeln, die die gefahrene Geschwindigkeit anzeigen. Hiervon hat die Stadt mittlerweile fünf angeschafft: für Karsee, Schomberg und in der Kernstadt (nächtliche 30er-Zonen und Praßberg). Diese Art der Geschwindigkeitskontrolle hatte zuvor eine Zuhörerin in der Bürgerfragestunde kritisiert. Sie forderte die Stadt auf, die Geschwindigkeit noch konsequenter zu kontrollieren.

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