Zum geplanten Lebensmittelgeschäft gibt es Bedenken

Lesedauer: 4 Min

Bekommt Eglofs einen Lebensmittelmarkt oder nicht? Das ist noch unklar.
Bekommt Eglofs einen Lebensmittelmarkt oder nicht? Das ist noch unklar. (Foto: Jens Büttner/dpa)
Schwäbische Zeitung
Vera Stiller
Redakteurin

Warum er seine Entscheidung über die Betreibung eines in Eglofs neu zu erstellenden Lebensmittelmarktes nochmals überdenken möchte, hat Roland Kempter in der Sitzung des Argenbühler Gemeinderats am vergangenen Mittwoch erklärt. Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis. Gleich nach der Sommerpause soll endgültig über die mögliche Ansiedlung eines Lebensmittelgeschäftes befunden werden.

Gegenüber vom alten Feuerwehrhaus in Eglofs, wo sich heute noch grüne Wiese zeigt, soll das Baugebiet „Ortsmitte West“ entstehen. Um geeignete Bewerber für den gewünschten Lebensmittelmarkt zu finden, hatte der Gemeinderat im Juni 2016 die Durchführung eines öffentlichen Interessenbekundungsverfahrens beschlossen. Als einziger Bewerber meldete sich daraufhin Roland Kempter, der in Argenbühl mehrere Lebensmittelgeschäfte betreibt.

Von Kempter war damals zu hören, dass „eine positive Auswirkung des im April 2016 eröffneten Ladens in Christazhofen auf das Gesamtunternehmen“ Voraussetzung dafür sei, um eine weitere Expansion ins Auge zu fassen. Und er betonte, erst nach der betriebswirtschaftlichen Auswertung zu Beginn des Jahres 2018 eine verbindliche Zusage abgeben zu können.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 7. Februar erläuterte Roland Kempter nun den sich für ihn darstellenden Sachstand zum Projekt „Dorfladen Eglofs“. Wobei er nicht mit Kritik in Richtung „Gesetzesauflagen“ und den damit verbundenen Anforderungen an die Einzelhändler sparte. So würde unter anderem künftig zwingend verlangt, die Daten sämtlicher Kassen- und Wiegevorgänge über zehn Jahre lang zu speichern. Bei rund 1000 Kassenvorgängen am Tag könne man sich lebhaft vorstellen, „was das bedeutet“. Eine komplette Digitalisierung sei deshalb unumgänglich.

Der Aufwand, so Kempter weiter, dem Gesetz Genüge zu tun, sei gerade für kleine Geschäfte auf dem Land „kaum zu schultern“. Als Beispiele nannte er die Dorfmetzgereien in Grünenbach und Amtzell, die nicht mehr bereit seien, ihr hart Erarbeitetes und Erspartes „rauszuschmeißen“ und nun „endgültig aussteigen“.

Obwohl der Laden in Christazhofen „gut läuft“ und sich auch die internen Prozesse „verbessert haben“, fühlt sich Roland Kempter „momentan nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen“. Es ist ihm zunächst wichtig, „alle Anforderungen zu erfüllen, um die Existenz der bestehenden Geschäfte zu sichern und um wieder ruhig schlafen zu können“.

Kempters Bitte, seine Entscheidung über ein Engagement in Eglofs um ein weiteres halbes Jahr hinauszuschieben, wurde in den Reihen des Gemeinderates positiv bewertet. Auch Bauamtsleiter Hans-Peter Hege sprach sich mit Blick auf den Zeitplan des Verfahrens für eine Verlängerung aus.

„Was anderes als Abwarten können wir sowieso nicht“, gab Gemeinderat Josef Jehle zu bedenken. Wenngleich Bürgermeister Roland Sauter feststellte: „Nach sechs Monaten muss beraten und entschieden werden.“ Sollte sich in der Zwischenzeit ein zusätzlicher Interessent zeigen, dann ist es für den Rathauschef klar, „dass diese Bewerbung aufgegriffen wird“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen