Wolfgang Krebs macht das Landleben „great again“

Lesedauer: 3 Min
 Unter der Erde, unvergessen, „und diesen Termin in Wangen nicht absagend“: König Ludwig.
Unter der Erde, unvergessen, „und diesen Termin in Wangen nicht absagend“: König Ludwig. (Foto: khs)
Karl-Heinz Schweigert

Nicht die „Watschenbaum-Gala“ wartete wie angekündigt am Mittwochabend auf die gespannten Zuhörer in der ausverkauften Hägeschmiede: Nein, Wolfgang Krebs brachte eigens sein nagelneues Programm „Geh zu, bleib da“ mit, um es auf Empfehlung von Django Asül als Vorpremiere dem Wangener Publikum zu servieren.

Strahlende Gesichter auf und vor der Bühne nach gut zwei Stunden kabarettistisch-parodistischem Feuerwerk mit herrlichen Wortspielen und -verdrehungen, feinen aktuell gesetzten politischen Spitzen und deftigen Witzeinlagen belegen eindeutig: Der wuselige Kaufbeurer mit seinen perfekt einstudierten Figuren aus der Politik und der bayrisch bürgerlichen Gesellschaft bekommt bestens und wird in der anstehenden Tournee noch für viele unvergessliche Abende sorgen.

Eine wesentliche Ursache dieses Erfolgs ist, neben dem bekannt „handwerklichen Können“, auch diesmal das klar strukturierte Strickmuster mit dem für den Zuschauer so wichtigen „roten Faden“: Ihn erwartet von Anfang an „im Festzelt von Untergams“ die heile Welt des omnipotenten Volkstribun Schorsch Scheberl (Vorsitzender aller Vereine im Dorf) mit seiner Holding, der mit Hilfe hochkarätiger Referenten die anhaltende Landflucht umdrehen will.

Dabei ist die Liste der honorigen Redner beeindruckend lang: Obligatorisch und perfekt natürlich die Ministerpräsidenten Söder, Stoiber, Seehofer und Beckstein, der Business-Coach Martin Matschik aus Wien, der Schnulzensänger Mac Montana, ja selbst Angela Merkel, König Ludwig und Papst Benedikt geben sich ein Stelldichein. Zum schmunzelnden Durchatmen (auch zum zügigen Umkleiden für den geforderten Protagonisten) bei dieser spritzig spitzigen, parodistischen Show dienen zudem die sprühend ideenreich formulierten, gezielt ätzenden „Werbeeinlagen im Off“.

Alles in allem also ein „super gelungener Abend“ für die von Anfang an faszinierten Zuhörer, „die gerne ihre Ohren aufsperrten“, um dann hochzufrieden mit anhaltend innerem Nachhall spätnachts den Heimweg anzutreten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen