Wie Völkerverständigung gelingen kann

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Das Gesangsquintett Vokal Akademia aus Tscheljabinsk.
Das Gesangsquintett Vokal Akademia aus Tscheljabinsk. (Foto: Deutsch-Russische Kulturbrücke Wangen-Tscheljabinsk)
Schwäbische Zeitung

In Zeiten, wo die Mächtigen der Welt leichtfertig an Lunten zündeln, gibt es immer noch Menschen, die Frieden und Freundschaft pflegen, die sich gegenseitig kennenlernen und miteinander singen wollen. So geschehen am vergangenen Samstag im Restaurant Kreuzplatz, das buchstäblich aus allen Nähten platzte, denn bis in den Eingangsbereich standen an russischen und deutschen Volkslieder interessierte Menschen.

Sie hörten zu oder sangen mit dem Volksliederchor „Ars musica“ des Bürgerforums unter der Leitung von Willi Ziesel wohlbekannte deutsche Volkslieder im Wechsel mit dem Gesangsquintett „Vokal Akademia“ des Staatlichen Kulturinstituts Tscheljabinsk/Südural, bestehend aus der Dozentin Tatjana Lutsenko, den drei Studentinnen Polina Novoselova, Jana Subitscheva, Jana Lobatscheva sowie dem kraftvollen jungen Bass Alexej Schischkanov. In ihren Volksliedern brachten sie die „russische Seele“ bewegend zum Ausdruck, sie besangen die „Mutter Wolga“, das „Lied der Wolgabootschlepper“, das alte Kubankosakenlied „Über meiner Heimat Frühling“, Kalinka und viele weitere Volkslieder, teilt der Verein „Deutsch-Russische Kulturbrücke Wangen-Tscheljabinsk“ in einem Pressetext mit.

Ein Höhepunkt war laut Mitteilung das berührende Volkslied „Der rote Sarafan“, das zuerst von „Ars musica“ in deutscher und von „Vokal Akademia“ in russischer Sprache dargeboten wurde. Begeistert sang das junge russische Vokalensemble die deutschen Volkslieder mit, instrumental begleitet vom Ehepaar Schlor mit Klarinette und Geige, und so trafen sich alle Sänger Völker verbindend auf der „Deutsch-Russischen Kulturbrücke“, die vor sechs Jahren auf Initiative von Rudi Sigerist, früher Leiter der Volkshochschule Wangen, nach seiner Pensionierung gegründet wurde.

Sigerist erläuterte in humorvoller Weise den Werdegang der deutsch-russischen Beziehungen seit 2003, deren Höhepunkte der Besuch der Stadtkapelle Wangen mit Konzerten in Tscheljabinsk, Jekaterinburg und Magnitogorsk sowie die „Internationale Kulturakademie“ von 2007 bis 2012 waren.

Seit 2013, mit der Gründung der „Deutsch-Russischen Kulturbrücke Wangen-Tscheljabinsk“ gibt es die jährlich stattfindenden deutsch-russischen Kultur- und Bildungstage mit dem Staatlichen Tscheljabinsker Kulturinstitut und mit der Tscheljabinsker Pädagogischen Universität Südural. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ – zutreffender konnte wohl kaum ein wunderbarer gemeinsamer Volksliederabend ausklingen, heißt es im Presseschreiben.

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