Helga Mayer hält den neuen Flyer zur Erba und das Plakat zum Stadtteilfest in den Händen.
Helga Mayer hält den neuen Flyer zur Erba und das Plakat zum Stadtteilfest in den Händen. (Foto: Susi Weber)
Redaktionssekretariat

Die Führungen am 9. September sind um 12.15, 14.15 und 16.15 Uhr. Den Themenweg-Flyer rund um die Geschichte zu den sozialen Einrichtungen der Erba liegt bereits jetzt im Gästeamt, in der Bücherei, im Bürgerbüro und im Bürgerforum kostenfrei aus. Mit dem Faltblatt kann man die Erba selbstständig erkunden und mehr zur Historie erfahren.

„Die sozialen Einrichtungen der Erba liegen mir am Herzen“, erklärt Helga Mayer, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Erba-Museum. Ihr Vater, Helmut Sprissler, war in den Jahren von 1958 bis 1976 Direktor der Erba. Von Jung an hat sie die sozialen Komponenten des großen Wangener Arbeitgebers kennen und schätzen gelernt. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem das alles andere als selbstverständlich war: „Es war mir wichtig, das Ganze geschichtlich und im Zusammenhang aufzuarbeiten.“

Das hat Helga Mayer jetzt getan – und zwar in Form eines Flyers, der die lange Erba-Geschichte für jeden und zu jeder Zeit erlebbarer machen soll. Er ist hellblau, im Lang-Format gestaltet und enthält neben vielen alten Bildern drei in Kurzform gehaltene Themenbereiche. Beim Stadtteilfest am Sonntag, 9. September, wird es spezielle Führungen auf dem Erba-Themenweg geben.

Alte Bilder wurden dafür hervorgekramt, Texte zur „Erba – Baumwollindustrie Wangen im Allgäu“ erstellt, das Wichtigste zusammengefügt. Auf der Rückseite des Flyers ist eine Karte abgebildet. „Machen Sie sich auf den Weg“, heißt es dort. Wer den Pfeilen folgt, kommt an den bedeutendsten Gebäuden vorbei – und erhält anhand des Flyers entsprechende Informationen.

Idee kam bei einem Ausflug

Der Lindenhof mit seiner Hausschlachterei, der Bierkeller und die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts maschinell betriebene Bäckerei ist dort ebenso zu finden wie das 1908 eingeweihte Marthaheim für die aus Italien angeworbenen, jungen Frauen, das Wöchnerinnenheim oder das für die Betreuung der Kinder umgebaute Comptoirgebäude. Ab 1939 gab es für die aus Altersgründen aus dem Betrieb ausgeschiedenen Arbeiter auch die Möglichkeit, im Altersheim unterzukommen.

Die „Flyer-Idee“ hat Helga Mayer bei einem Ausflug des Erba-Museums-Vereins geboren: „Wir waren in Augsburg, haben uns dort das Textil- und Industriemuseum und die Fuggerei angeschaut.“ Auch über die Textilindustrie in Kuchen zwischen Süßen und Geislingen an der Steige gibt es einen geschichtlichen Aufschrieb in Form eines Buches: „Ich habe mich für Wangen dann verkopft, wie man die Historie in einen Prospekt bringen könnte.“

Ein klein wenig ist der Flyer für Helga Meyer nun auch die späte Reverenz an den Vater oder das „persönliche Erbe“, wie sie es nennt: „Ihm lag viel am Thema soziale Fürsorge. So wie er hat sich eigentlich jeder Direktor darum gekümmert, dass es für die Arbeiter ein gutes Auskommen gibt.“

Nachdem die Gebäude der früheren sozialen Einrichtungen nun einer anderen Nutzung zugeführt werden, wollte Helga Mayer die Erinnerung an das enorme soziale Engagement der Erba aufrechterhalten und in Form eines Themenwegs erlebbar machen. „Dies soll ein weiterer Baustein der historischen Aufarbeitung und Präsentation der Geschichte der Erba in Wangen sein.“ Daher sieht sie weder den Flyer noch die Sonderführungen am Sonntag als Konkurrenz zu den bereits bestehenden, städtischen Angeboten: „Das ist eher eine Ergänzung.“

Am Sonntag wird der Verein zudem sein Archiv in den neuen Räumlichkeiten öffnen. Die bestehenden Maschinen werden laufen. „Darüber hinaus wird auch der von der Firma Zoller und Fröhlich erstellte Film ,Spinnen und Weben’ Premiere feiern“, erzählt Mayer. Für Kinder und Erwachsene gibt es außerdem ein Kreativangebot, bei dem aus (ehemaligen) Hülsen kreative Fadenfiguren entworfen werden können.

Die Führungen am 9. September sind um 12.15, 14.15 und 16.15 Uhr. Den Themenweg-Flyer rund um die Geschichte zu den sozialen Einrichtungen der Erba liegt bereits jetzt im Gästeamt, in der Bücherei, im Bürgerbüro und im Bürgerforum kostenfrei aus. Mit dem Faltblatt kann man die Erba selbstständig erkunden und mehr zur Historie erfahren.

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